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  <title>Verkostungsnotizen.net</title>
  <link>http://www.verkostungsnotizen.net</link>
  <description>Wein-Verkostungsnotizen von EThC</description>
  <language>de-de</language>
  <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 00:10:31 +0200</pubDate>
  <lastBuildDate>Wed, 01 Jul 2026 00:10:31 +0200</lastBuildDate>
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  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Herz+Hand - trocken - Qw 2021, Nico Espenschied, Rheinhessen, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=79468</link>    
    <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 17:56:02 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/12/20231208_140220.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 07.12.2023:

Optisch ein recht helles Goldgelb, nasal eine hellgrüne und irgendwie saftig wirkende Frühlingswiese mit allerlei Gelbblumen und Wiesenkräutern plus Estragon und Zitronengras, weiters einige Goldkiwis. Geschmacklich dann auch einerseits sehr konzentriert wirkend, die gesamte Blumen-Kräuter-Wiese plus zuckerfreiem Zitronat bleibt dennoch auf der locker-flockigen Seite, woran auch die quirlige Säure nicht ganz unschuldig ist; leicht kalkige, wie auch sehr klare Mineralbasis. Beim ordentlich langen Abgang konzentrieren sich die Aromen nochmals, ohne daß das dabei in Kitschigkeit und / oder Plakativität münden würde.

"Leicht" und "gehaltvoll" widerspruchsfrei in ein und dasselbe Glas zu bringen, ist zumindest nicht ganz trivial, hier gelingt es jedoch vorbildlich; ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß die Flasche schon einen Tag vorher geöffnet wurde und ich den Wein also mit entsprechendem Luftkontakt kennenlernen durfte, was ihm aber wohl keineswegs geschadet hat. Insgesamt ist diese Scheu nicht nur als Terrassenzischer gut geeignet, sie begleitet auch etwas herzhaftere Gerichte ziemlich unbeeindruckt, sehr schön!

Wertung vom 07.12.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 31.03.2025:

Ein helles Goldgelb im Glas, noch leicht perlend. Riecht nach Kaktusfeige und Karambole sowie etwas Zuckerrohr, dazu Estragon und ein bißchen Majoran. Geschmacklich kommt die hellgelbe Frucht leicht zuckerschwanzig anmutend daher, die Kräuter und die klare Säure lenken jedoch etwas davon ab, kühler Kalk als Basis. Auch beim recht langen Nachhall ist mir der kantige Süßeeindruck ein bißchen zu vorlaut, auch wenn die aufgebaute Spannung dadurch nicht überschminkt wird und insbesondere im Finale viel Limettenetherik für Ernsthaftigkeit sorgt.

Das ist eine an sich schön klare / konturierte Scheurebe mit Aromen, die spannende Gegenpole aufbauen, nur stört mich nunmehr der leichte, wenn auch kantige Süßeeindruck, von dem ich anfangs gar nicht mal sagen konnte, ob das nun Restzucker und oder Extrakt geschuldet ist, aber da bei der Erstbegegnung keine Süßeauffälligkeit zu verzeichnen war, kann ich’s mir nur mit zu sehr entwickeltem Extrakt erklären, denn der Zuckergehalt wird kaum zugenommen haben. Letztlich bleibt aber für mich ein maskierender Eindruck und das Gefühl, daß die -wenn auch überschaubare- Süße irgendwie deplaziert ist, daher mittlerweile kein Nachkaufkandidat mehr.

Wertung vom 31.03.2025: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

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Verkostung vom 29.06.2026:

Im Glas ein sehr helles Gold- oder eher noch Zitronengelb, nasenmäßig zeigen sich sehr helle Gelbfrucht und Zuckerrohr, schmale Kräuterspur. Am Gaumen -wie schon beim letzten mal- ein deutliches, aber nicht abweisendes Zuckerschwänzchen, die Kräuter sind etwas präsenter, kühle Kalkbasis. Beim recht langen Nachhall dann vor allem eine recht süßliche Limettenspur.

Nach wie vor aromatisch zwar einfach, aber doch fokussiert und vor allem nicht plakativ aufgestellt, aber die Süßeseite hält mich auch heute von einem Nachkauf ab, auch wenn’s dem Umfeld recht gut gefiel, besser als mir jedenfalls. Ist und bleibt wohl eher ein Wein für den sehr frühen Genuß…<br><br>Verkostet am 29.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Trousseau - Montausson "Vignes de cour" - Côtes du Jura AC 2022, Bruno Bienaimé, Jura, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85975</link>    
    <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 19:41:56 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260627_154019.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein dunkleres Himbeerrot, nasenmäßig gibt’s denn auch eine Art Himbeerkirsche mürberer Art, gepudert mit ein bißchen Talcum und einer etwas herb anmutenden Kräuterspur, entfernt auch etwas etherische Limette, mit Luft eher Kumquat. Gaumenmäßig dann auch diese sehr aparte wie frische Flaumkirsche, hier jedoch ohne Himbeere; das Ganze wird durch etwas Blutorange und eine Spur reduzierter Mandarine ergänzt, weiters eine sehr samtige Tanninstruktur, die dennoch auch eine kleine Kante in Form von Eisen und noch weniger Jod bereithält, etwas Kalisalz ergänzt die kecke und doch nicht vorlaute Säure, steinseitig eine Kombi aus Kalk und Glimmer, schlußendlich wieder diese etwas eigene, bräunlich-grüne Kräuterspur. Dann ein minutenlanger Abgang mit Fokus auf der herben Mineralik plus Blutorange, im Finale auch ein angenehmes Kräuterbitterchen.

Das ist schon gut als Trousseau einordenbar und hat dennoch seinen eigenen Kopf, vor allem hinsichtlich Kräuterei und Steinerei. Er verbindet vor allem Klarheit mit einer nicht einlullenden Samtigkeit und ist dabei gar nicht mal hochkomplex, aber in der Fokussierung auf die vorhandenen Einzelaromen erstaunlich präzise. Paßte ganz hervorragend zum erstmals probierten Wagyū, vor allem wegen der durchaus ähnlichen, fein-samtigen, aber doch auch nicht unfesten Textur, äußerst schön!<br><br>Verkostet am 27.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Blauer Silvaner - Wiesenbronn - trocken - Qw 2022, Roth, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85973</link>    
    <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 15:08:57 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260627_153530.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leuchtendes Messing, nasenmäßig gibt’s vornehmlich herbes, sekundäres Steinobst, garniert mit eher bräunlichen Rebelkräutern wie Beifuß & Co, eher im Oberschwingungsbereich noch etwas Pomelo. Am Gaumen ist die Frucht auch schön gewürzt mit Spuren von Sternanis und Kardamom, etwas leicht gesalzenes Zitronat spielt mit, alles eher auf der sehr sekundären Seite, dazu eine schöne, reife Säure, bodenseitig fast etwas ackerschollig ohne Schwere, ein Hauch chininbitter. Auch der recht lange Nachhall zeigt eine schöne, feine Chininbitterkeit.

Vordergründig betrachtet ist der Wein für die aktuellen Temperaturen mit etwas zu wenig Zitrusaromatik ausgestattet, erstaunlicherweise funktionierte das aber alleine mit dem Spiel zwischen herbem Extrakt, Würze und der Säure -auch wenn die auch nicht gerade die klarste ist- sowie der leichten Salzspur ziemlich gut. Ich hab nicht so wahnsinnig viel Erfahrung mit der blauen Silvanervarietät, weshalb ich jetzt auch gar nicht sagen kann, wie typisch das für diese Sorte ist, aber es ist für sich einfach ein wunderschöner, leicht-ernster (sic!) Wein und hinsichtlich der Sorte aktuell wohl mein persönliches Highlight, nur noch leicht übertroffen vom nicht mehr erhältlichen 15er Blauer Sylvaner von Michael Teschke! Und wenn man dann noch weiß, daß der Wein ab Hof für neunfuffzich zu haben war…<br><br>Verkostet am 27.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Pinot Meunier - Blanc de Meuniers - brut nature - Deutscher Sekt 2019, BurkhardtSchür, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85972</link>    
    <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 14:17:18 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260627_153226.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leicht angerötetes Messing, anfangs recht grober Blubber, der dann immer feiner wird und ordentlich Ausdauer beweist; nasal dann vor allem Aprikosenknödel, auch etwas Quitte sowie roter Bergapfel und ein Hauch zuckerfreie Preiselbeere. Geschmacklich ist der Knödel etwas größer, der Bergapfel wirkt ganz leicht karamellisiert, die Frucht kommt insgesamt recht stoffig daher, dank Zuckerfreiheit und schöner, reifer Säure aber unglaublich trinkig; bodenseitig wirkt’s irgendwie sandsteinig. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der den hier recht herben Knödel -eher mit Reneclaude gefüllt- thematisiert.

Wieder mal ein wunderbares Beispiel dafür, daß „brut nature“ nicht per se was Karges sein muß, hier wäre aus meiner Sicht jedes Gramm Zucker zuviel im Sinne Maskierung und / oder Breitegefühl. Funktionierte selbst bei 34 Grädern auf der Terrasse wunderbar, man mußte nur recht wenig in die Gläser einschenken, damit der Sekt zwischen den Schlucken nicht zu sehr aufgeheizt wird. Wenn die Mineralik etwas anders wäre, könnte man das auch als erfolgreichen Piraten in einer Schampus-Runde einsetzen.<br><br>Verkostet am 27.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[l'Empyrus - Poiré Méthode traditionelle aromatisé à la Mandarine 2022, Les Vergers de la Morinière, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=84119</link>    
    <pubDate>Sat, 27 Jun 2026 10:08:31 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/09/20250822_110510.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 03.09.2025:

Ein leuchtendes Orange im Glas, mittelfeiner, mitteldichter Blubber mit erheblicher Ausdauer; riechen tut’s tatsächlich vornehmlich nach Mandarine, Birne spielt nur im Oberschwingungsbereich mit, ganz dezenter Hefeschleier. Auch am Gaumen ist die Mandarine führend ohne zu plakativ zu wirken, obwohl sie schon recht primärsaftig daherkommt; die Säure ist schön austariert, Mineralik und / oder Gerbstoffe sind nur gering vertreten. Auch der gut lange Nachhall reitet vorrangig auf der Mandarine herum.

An sich ein Poiré mit interessanter Aromatik, wobei ich die Mandarine schon gerne mag, etwas weniger davon zugunsten der Birne würde mir aber doch besser gefallen, vermute ich. Zwar durchaus schön, muß ich aber nicht unbedingt nachkaufen…

Wertung vom 03.09.2025: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

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Verkostung vom 26.06.2026:

Visuell ein leuchtendes Hellorange im Glas, mittelintensives, ausdauerndes Geschäume; fürs Näschen gibt’s einen ausgewogenen Mix aus reiferer Birne und etherischer Mandarine, ganz feine Hefespur. Auch am Gaumen gehen Birne und Mandarine Hand in Hand, schön proportionierte Säure, eine leicht kalkige Basis im Hintergrund. Abgangsseitig wirkt das Ganze noch etwas sekundärer, auch hier ist kein fruchtseitiger Leader definiert.

Im Gegensatz zur Erstbegegnung ist die Mandarine nicht mehr so vorlaut, was einst meinen Nachkaufreflex unterdrückte. Mittlerweile trinkt sich das erheblich schöner und machte vor allem in der Runde der weniger nerdigen Mittrinker eine ziemlich gute Figur. Sicher immer noch nicht meine erste Wahl bei den normannischen Schäumern, aber für solche Feiereien mit „normalen Menschen“ sehr gut geeignet!<br><br>Verkostet am 26.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Wiltingen Gottesfuß - Alte Reben - [halbtrocken] - VDP.Große Lage 2016, Van Volxem, Saar, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85934</link>    
    <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 18:38:27 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260625_125931.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, nasal zeigt sich ein reifer wie klarer Zitrusmix mit Yuzu, Ugli und etwas Pomelo, begleitet von einer schmalen Petersilienwurzelspur, im Hintergrund auch ein bißchen helleres Steinobst à la Mirabelle bis Nektarine, jedoch fern des Primären. Am Gaumen wirkt dieser Fruchtkorb ganz leicht cremig, das Steinobst ist hier auch wesentlich präsenter und hat sogar etwas Aprikose parat, die feine wie potente Säure hält den Wein aber zusammen mit der Zitrusseite äußerst gut im niederviskosen Bereich, eine Art Tanninspur sorgt für einen kleinen Microfaserpelz bzw. wirkt minimalst adstringierend, bodenseitig schimmert eine feine Kombination aus Schiefer und Rost durch. Der sehr lange Nachhall bietet dann neben der rot-bläulichen Mineralik auch eine Spur Blutorange, im Finale dann auch eine erste Rieslingreifespur in Form eines Hauchs Wälzlagerfetts sowie einem bräunlichen, chininähnlichen Microbitterchen.

Nicht alle der in den letzten Jahren getrunkenen GGe oder Quasi-GGe des Guts haben mir ausgiebig gefallen, dieses hier zieht aber gerade alle möglichen Register, die einen großen Riesling in meinem Sinne ausmachen. Dabei fasziniert mich gerade diese schöne Parallelexistenz von leicht cremiger Stoffigkeit mit filigraner Präzision der Einzelaromen, weiters könnte man die schon zitierte „trockene Geschmackscharakteristik“ äußerst zutreffend verwenden, denn geschmacklich sind hier für mich nicht mehr als 4 g/l Restzucker im Spiel, es fühlt sich überwiegend extraktsüß an, aber auch dieser Süßeanteil ist alles andere als überbordend, sondern zeigt sich eher von einer distinguierten Seite. Alles in allem große Freude, vermutlich sehr nahe dem Zenit im Hinblick auf meine Vorlieben!<br><br>Verkostet am 25.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Silvaner - [Thüngersheimer Johannisberg] - Aufsteiger - brut nature - Deutscher Sekt 2016, Plackner, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=82294</link>    
    <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 14:25:32 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/11/20241122_114548.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 22.11.2024:

Im Glas ein recht intensives Orangegelb, mittelfeiner, etwas verhaltener Blubber, der zwar im Glas relativ schnell zusammenfällt, später im Mund aber doch immer wieder gut aufperlt. Geruchlich zeigt sich vor allem ein Backapfel mit etwas Hefegebäck, dazu ein bißchen zuckerfreier Blütenhonig, der eine leicht trockensüße Anmutung begründet. Geschmacklich dann auch prominent dieser autolyseunterlegte Apfel, der deutlichen Extraktsüße steht eine recht klare Säure gegenüber, die potenter scheint, als es die technischen Daten erahnen lassen, neben der Hefe macht sich auch Kalk in Hydroxidform bemerkbar. Abgangsmäßig hat man ordentlich lange was davon, die nun dezent mostige Apfelseite bringt hier am deutlichsten auch einige Gerbstoffe bzw. gelbe Eisensalze ins Spiel.

Dieser Silvanerschaum straft zuerst mal all diejenigen Lügen, die meinen, „brut nature“ ist grundsätzlich karg und substanzlos, denn trotz des nicht vorhandenen Restzuckers gibt’s hier genügend Extrakt bzw. sonstige Aromen -wie Honignoten und Autolyseprodukte-, die für einen gewissen, sicher anderen als zuckerigen Süßeeindruck sorgen. Soweit finde ich das wunderbar gemacht, nur führen langes Hefelager plus mehrjährige Flaschenreife (müßte in 2020 dégorgiert worden sein) zu einer Art von geschmeidigen Reifearomen im Schaumwein, die zwar landläufig sehr geschätzt werden, ich persönlich mag’s dann aber doch eher kantiger und klarer (was auch mit längerem Hefelager durchaus geht). Deshalb bei mir „nur“ ein guter „2er“, könnte die Mehrheit womöglich anders sehen.

Wertung vom 22.11.2024: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 24.06.2026:

Wenn man sich so in fröhlicher Runde unterhält, ist naturgemäß eher wenig Zeit, die Gedanken zum jeweiligen Wein auch niederzuschreiben ohne unangenehm aufzufallen, deshalb habe ich in diesem Fall mit dem Glas in der Hand einfach kurz meine letzte Beschreibung durchgelesen und fand diese voll bestätigt. Dennoch kam ich letztlich bewertungstechnisch zu einem leicht erhöhten Ergebnis, möglicherweise hielt ich gestern die Extraktsüße für etwas besser integriert. War jedenfalls ein voller Erfolg!<br><br>Verkostet am 24.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Iphöfer - trocken - VDP.Ortswein 2022, Wirsching, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=80208</link>    
    <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:48:15 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2024/03/20240302_105936.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 01.03.2024:

Farblich ein helles Zitronengelb, fürs Riechgerät gibt's viel grünes Zeuch, das aber nicht unreif wirkt, sondern einfach knackig frisch, im Einzelnen sind das Estragon, Zitronengras, ein Hauch Frischkohl, Stachelbeere, Bilimbi und ein kleiner Kiwischnitz. Am Gaumen dann ebenso knackig-frisch wirkend, die Säure ist relativ angriffslustig und schließt die Anhänger von milder Ausprägung derselben klar vom Genuß aus; die Frucht ist von eher leichter Struktur, dabei aber keinesfalls schwachbrüstig, mit der Säure kommen Zitrone und Pomelo mit, wobei deren Extrakt ein klein bißchen flaumig wirkt, drunter geht's klar gipsig mit Kräuterbegleitung zu. Der minutenlange Abgang ist säuremäßig etwas versöhnlicher, bleibt aber klar knackig, schöne Balance zwischen der Flaumseite der Agrumen und den etwas rasseren Kräutern.

Eine weitere, äußerst gelungene 22er Scheu aus Franken, ich stehe dem Jahrgang ja insgesamt etwas skeptisch gegenüber, aber zumindest in punkto Franken-Scheu ist die Erfolgsserie dann schon recht erfreulich, jedenfalls gab's in dieser Nische bis dato keine Ausfälle. Auch die beste Frau von allen ist sehr angetan! Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das ähnlich schön reifen wird wie die 21er Ausgabe dieses Weins...

Wertung vom 01.03.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 25.06.2026:

Visuell ein helleres, leuchtendes Goldgelb mit Hang zum Schwefel, geruchlich zeigt sich eine sehr frische Frucht mit reiferer Zitrone, Limette, etwas Mirabelle, alles zusammen mit einer feinen Kräuterbegleitung mit führendem Rosmarin. Geschmacklich kommt die Frucht mit einiger Extraktsüße daher ohne freien Zucker ins Spiel zu bringen, wobei statt der Zitrone eher hier eher Pampelmuse präsent ist, die Säure ist recht potent und ist perfekt auf den Extrakt abgestimmt, die Keuperherkunft wird im Wesentlichen von der Kräuterseite bestimmt, das Gipsige folgt dahinter. Dann ein sehr langer Abgang, der agrumenseitig zur Ugli hinschwenkt.

Wieder eine Scheurebe, die das Keuperige wunderbar wiederspiegelt und dabei eine gekonnte Balance zwischen Intensität und Frische aka Leichtfüßigkeit schafft. Hat sich seit der Erstbegegnung etwas weiter den gelben Fruchtaromen zugewandt, was dem Wein absolut nicht schadet!<br><br>Verkostet am 25.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Randersacker Marsberg - Klassiker - trocken - Kabinett - Pw 2022, Trockene Schmitts, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=78581</link>    
    <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:45:10 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/06/20230624_143706.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 23.06.2023:

Optisch ein helleres Strohgelb im Glas, nasal gibt's Frühlingswiese mit einigen Gelbblumen, aber löwenzahnfrei, schon hier sehr frisch anmutend. Gaumenmäßig gesellen sich noch ein paar frische, würzigere Kräuter dazu, dezent auch etwas Lakritziges, die stramme Säure hat damit aber kein Problem und hält alles souverän auf der niederviskosen Seite, bodenseitig drängt sich mir eher Gipskeuper auf, der meines Wissen jedoch erst deutlich weiter im Süden anfängt. Beim ordentlich langen Abgang ist die Gelbblumendichte relativ höher, auch hier sorgt die quirlige Säure für fortgeschrittene Frischegefühle.

Das ist in erster Linie eine unkomplizierte, knackig-frische Scheurebe, die natürlich dem Motto des Hauses folgend knarztrocken ist (0,4 g/l RZ), aber dennoch mit ihrem recht intensiven, trotzdem komplett parfümfreien Blumenextrakt für Druck und vor allem Zug gleichzeitig sorgt, taugt somit auch wunderbar zum Essen (hier ein fischiges Dreierlei als Vorspeise) als auch solo in der Sommersonne. Zumindest hier ist nichts vom befürchteten 22er Warmjahr-Einfluß zu spüren, mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. In jedem Fall ein klares Zeichen an alle, die ihren Scheureben hohe einstellige bis zweistellige Restzückerchen mitgeben: das muß nicht sein!

Wertung vom 23.06.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 05.08.2025:

Optisch ein Goldgelb mit Messingschleier, nasenmäßig zeigt sich die Scheu dann sehr intensiv mit einem leicht extraktsüßlichen Mix aus Limette, Zitrone und Pomelo plus Jostabeere sowie feiner Kräuterei mit Estragon, Kerbel und Oregano. Geschmacklich dann auch dieser sehr substantielle und dennoch auch sehr beschwingt wirkende Agrumenextraktmix plus Jostabeere sowie hier auch etwas weißer Johannisbeere, mit Luft dann noch aufkommendes Steinobst; die agile Säure kommt mit dem Extrakt sehr gut zurecht, die Kräuter bestätigen sich, der Muschelkalk ebenso, allerdings nur mit etwas genauerem Hinschauen bzw. Hinschmecken. Der Nachhall währt locker 3 Minuten und offeriert neben der hier gelberen Agrumik auch deutlich Weinbergspfirsich, im Finale dann aber wieder Zitruskonzentrat vom Feinsten.

Wenn man bedenkt, daß dieses Getränk gerade mal 8,3 Euronen ab Hof gekostet hat, ist das PLV dieser Scheu geradezu astronomisch. Einerseits mit 0,4 g/l Restzucker knarzetrocken, andererseits liefert der Extrakt eine nicht geringe, aber auch komplett unbelastende Süßeanmutung, die den Vorteil hat, daß sie nichts von der sehr klaren, fast schon kantigen Aromatik überdeckt. Für mich ein sehr großer, kleiner Wein, der nicht nur in seiner Klasse einem enormen Anspruch standhält, hat sich in den zwei Jahren seit dem Erstkontakt auch nochmal ordentlich nach vorne gearbeitet, große Freude!

Wertung vom 05.08.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 25.06.2026:

Ein helleres Messing im Glas, es riecht nach sekundären Nektarinen und Williamsbirnen, etwas Koriandersaat ohne ältliche Anmutung. Geschmacklich kommen zur Frucht noch ordentlich weiter Braunkräuter, sehr knackige, leicht staubige Säure, viel Kalk mit Ackerboden als Basis. Sehr langer, sehr herber, leicht bitterer Nachhall, die aber dennoch unheimlich trinkanimierend ist, im Finale dann ein bißchen Mandarinenextrakt nebst Lakritz.

Dies ist eine recht eigene, recht komplexe Scheurebe, vielleicht nicht ganz typisch, für mich aber doch schlüssig und letztlich richtig goil, vor allem die Kräuterseite zeigt sich aufgrund ihres gefühlten Farbspektrums von einer wunderbaren, außergewöhnlichen Seite. Wirkt nun etwas weniger extraktsüß als bei der letzten Begegnung, was die Klarheit des Weins noch etwas hebt.<br><br>Verkostet am 25.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Wiesenbronn - trocken - Qw 2022, Roth, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=79934</link>    
    <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:42:25 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2024/02/20240202_211518.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 01.02.2024:

Im Glas ein sehr helles Goldgelb, nasal zeigen sich recht intensiv Jostabeeren, nicht ganz reife Mirabelle, Petersilie und Estragon sowie leicht Minze in recht etherischer Form. Am Gaumen dann eher eine komplette Frühlingswiese mit ordentlich Löwenzahn vor der frisch-kantigen, hier nicht ganz so präsenten Frucht, etwas grüner Pfeffer sowie ein Limettenbitterchen spielen mit, die Säure ist klar und straff, gebirgsbachige Anmutung. Der schön lange Nachhall kostet dann vor allem das erwähnte Limettenbitterchen sehr schön aus.

Diese Scheu präsentiert sich leicht und doch gehaltvoll auf spielerische Weise mit ein paar grün-bitteren Kanten im Wohlfühlbereich. Von dieser Flasche habe ich probiert, als sie schon einen Tag offen war, beim Probieren auf dem Weingut kam mir die Scheurebe noch etwas expressiver vor, allerdings weiß ich nicht, ob die Flasche dort kürzer oder länger auf war als die heutige bzw. gestrige. In jedem Fall aber eine mustergültige Interpretation dieser Rebsorte, die einen Mehrfachnachkauf absolut wert ist, eine Verkostung "pop and pour" muß ich zeitnah mal nachholen.

Wertung vom 01.02.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 24.06.2026:

Im Glas ein sehr helles Zitronengelb, nasal ziemlich kräuterig, dahinter Nektarine und Stachelbeere, geschmacklich etwas mehr helle Frucht wie Kaktusfeige und Nektarine in unplakativ, schön austarierte Säure, deutliche Keuper-Charakteristik. Dann ein schön langer, eigentlich extraktkräuteriger Abgang, im Finale vor allem Thymian.

Diese Orts-Scheu spiegelt den Keuper excellent wieder, trotz leichter Süßewirkung durch den Extrakt enorm trinkig, trotz heller Frucht in keinster Weise kitschig, sehr schön wie regionstypisch. Der Wein hat sich seit dem letzten Kontakt deutlich von der ursprünglichen Sauvignon-Nähe entfernt, was ihn ein bißchen eigenständiger macht.<br><br>Verkostet am 24.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Pinot noir - Bedeau - Qvevris - Bourgogne AC 2020, Frédéric Cossard (Domaine de Chassorney), Burgund, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85933</link>    
    <pubDate>Tue, 23 Jun 2026 20:02:45 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260615_133006.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein dunkles Schwarzkirschrot mit geringer Transparenz, fürs Näschen gibt’s denn auch mürbe Schwarzkirschen nebst einem Hauch Heidelbeerkonfitüre ohne Süße, Ankündigung von tonig-kalkiger Mineralik. Auch gaumal dieser Kirsch-Beerenmix, wieder mürbe und stoffig, aber nicht kompottig, leichte Anmutung von sonnengegerbtem Berghüttenholz, sehr feinkörnige, samtige, eher weiß wirkende Tannine mit ganz geringer Adstringenz, die Säure ist sehr hintergründig, hält den Wein aber doch recht niederviskos, steinseits bestätigt sich der nasale Eindruck, vielleicht noch eine Spur Talcum. Dann ein Mehrminüter, der wiederum die genannte Samtfrucht betont, im Oberschwingungsbereich hier auch etwas Blutorange; das Finale zeigt dann die Säure etwas deutlicher, wobei wir aber im angenehm flaumigen Bereich bleiben.

Das ist tatsächlich was ganz anderes als man es von Pinot aus dem Burgund so gewohnt ist, es fehlen -natürlich- die waldig-pilzigen Noten, auch die gewisse Klarheit zeigt sich nicht, dafür haben sowohl die Frucht als auch die Steinseite eine schmelzig-samtige Komponente, die man lieben oder hassen kann. Also so gar nichts Typisches für die Gegend und den Qvevri-Einfluß durchaus bestätigend, dennoch mit Appellationssegen versehen, wenn auch dem umgreifendsten, in D oder A wäre das mit Sicherheit nur Landwein bis Wein. Das ist auch nicht hyperkomplex, überzeugt -mich- aber mit seiner einzigartigen Struktur. Obwohl nicht gerade günstig, gerne ein „3er“.<br><br>Verkostet am 23.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Gelber Muskateller - Straden - trocken - Vulkanland Steiermark DAC 2023, Neumeister, Südoststeiermark, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85931</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 19:36:07 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260622_172100.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leicht zum Messing schauendes Zitronengelb, geruchlich gibt’s eine maximal unparfümierte Gelbblumenwiese vor reifer Zitrone und Kaktusfeige. Geschmacklich die gleiche Floralik und Frucht, die sich bei aller Frische dennoch sehr ernsthaft sowie auch recht nachdrücklich präsentiert, die Säure ist klar und kühl; auch bodenseitig sind wir auf der kühleren Seite unterwegs, das berühmte Gebirgsbachbett drängt sich auf. Dann ein ordentlich langer Nachhall, der vor allem die Frucht -die weder primär noch sekundär zu sein scheint- betont, das Geblümel mischt aber dennoch schön mit.

Dieser Muskateller ist sehr schön „mittendrin“, zwischen den primär-knallig-parfümierten Durstlöschern und den -leider recht wenigen- High-End-Muskatellern, die immer mal wieder beweisen, daß die Sorte nicht wirklich zweitklassig ist. Doch der Wein will meiner Meinung nach nicht die Grenzen der Sorte ausloten, sondern einfach nur einen Sommerfrischling unbanaler Natur darstellen und das gelingt hier sehr gut!<br><br>Verkostet am 22.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Welschriesling - [Eisenberger] Saybritz - trocken - Landwein Weinland 2015, Weninger, Eisenberg, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=66722</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 15:26:14 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2019/02/20190206_150751.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 06.02.2019:

Im Glas ein ziemlich deftiges Goldgelb, sehr gerbstofflastige, weißtanninige, aber auch sehr frisch wirkende Nase mit einigen Schmutzigkeiten wie Hasenstall und Komposthaufen, dazu angegorene Früchte wie Maracuja und Kumquat sowie auch fermentierte zitrische Komponenten, wobei die reduktive Fruchtseite mit steigender Temperatur hier mehr und mehr die Oberhand gewinnt. Am Gaumen kommen auch Sachen wie Earl Grey Tee, Limettenschale, leicht Lakritz und Natriumhydrogensulfat dazu, später auch Torf und verschwitzter Lederkragen. Die Säure ist super balanciert, ganz entfernt schwingt noch was Großholziges mit. Der Nachhall hallt ordentlich lang, hier gibt's die größte Salzfracht, dann Gerbstoffe, dann herbe Frucht, wieder eine tolle Säure und ein leichtes Lakritz- und Teerfinale.

Das ist nun gegenüber dem 12er nochmal ein deutlicher Fortschritt im Hinblick auf die Komplexität, die grundlegende Stilistik ist aber die gleiche geblieben. Möglicherweise der freakigste Welschriesling der aktuellen Weinwelt, für mich eines der Highlights beim Weninger, andere werden da eher den Kopf schütteln...

Wertung vom 06.02.2019: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 21.06.2026:

Ein recht sattes Goldgelb bis Messing im Glas, geruchsmäßig zeigt sich eine leicht reduktive, von sehr schönem, warmen, dezenten wie prägenden Holz (Totholz, Zeder, heller Tabak) umflochtene Frucht, bei der vor allem sekundäre Aprikosen und Kaki im Spiel sind, etwas schwarze Kochbananenschale noch. Geschmacklich dann zuerst Trockensthonig (Thymian-, Salbei-, Distel-), zur Frucht gesellt sich deutlich Salzkaramell, auch hier ist das Holz äußerst schön balanciert und bringt auch ein paar grünliche Noten ins Spiel; die Säure arbeitet sehr effektiv, steinseitig zeigt sich neben erdigen Noten auch was kühl Metallisches in bester Manier. Dann ein langer, salziger Abgang, der die minimal karamellisierte, reife Frucht in den Vordergrund stellt.

In der Runde wurde recht einhellig „Chardonnay“ ausgerufen, und tatsächlich könnte man das meines Erachtens straffrei ins südliche Burgund verorten, allenfalls die leichte Eisenspur gibt Hinweise auf eine andere Herkunft. In den immerhin sieben Jahren seit der Erstbegegnung hat der Wein jegliches Freaktum abgelegt und dabei kein bißchen an Spannung verloren, das würde ich nunmehr eher als „innovative Klassik“ bezeichnen. Der Chardonnay wird ja recht einhellig als „große Rebsorte“ anerkannt, wobei diese in ihrer stilistischen Ausprägung ja doch sehr stark vom Terroir incl. Winzer abhängig ist. Nun haben wir hier einen Welschriesling, der in einer weißen Burgunderrunde ganz sicher nicht untergehen würde, also ist die Sorte in meinen Augen dem Chardo durchaus ebenbürtig, nur macht halt nur eine Handvoll Winzer was Fortgeschrittenes draus. Für mich mit Strakas „3330“ die Benchmark der Sorte, große Freude!<br><br>Verkostet am 21.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - trocken - [VDP.Gutswein] 2016, Schäfer-Fröhlich, Nahe, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=77441</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 14:45:06 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/02/20230215_193537.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 15.02.2023:

Fürs Auge gibt's ein helleres Schwefelgelb, das Näschen wird mit gelben bis orangen Agrumen vulkanischen Ursprungs erfreut. Am Gaumen differenzieren sich die Zitrusfrüchte weiter auf, Yuzu, Minneloa, Pomelo und ein bißchen Pampelmuse offenbaren sich sauber unterscheidbar, alle zusammen schmeißen ordentlich Säure in den Ring; neben Basalt und weißem Rauch sorgen auch noch Piment und ein bißchen Kohlensäurebizzel dafür, daß hier das Wort Frische richtiggehend Benchmarkcharakter erhält. Beim sehr langen Abgang dann auch in erster Linie vulkanisierte Agrumenfrische, hier auch Kumquat mit steigendem Gradienten, im Finale dann noch ganz leicht adstringierend.

Das ist schon quasi Überschalltrinkfluß bei gefühlt unangekratzter Jugendlichkeit, jedenfalls hätte ich blind sicher nicht weiter zurück als auf allerhöchstens 2019 getippt, bestimmt wird der Schraubverschluß zu einem Gutteil am Frischeerhalt dieses Gutsweins mitgewirkt haben. Ganz großer Spaß für vergleichsweise kleines Geld!

Wertung vom 15.02.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 17.10.2024:

Visuell das helle Schwefelgelb vom letzten mal, nasenmäßig gibt’s konzentriert wie intensiv helle Gelbagrumik mit Zitrone und Ugli, zwar auch viel Etherik davon, jedoch in sehr jugendlicher Form, dazu vorwiegend Zesten und saftige, getrocknete (sic!) Pampelmusenringe, weiters im Oberschwingungsbereich Sellerie und Pastinake, dazu gibt’s recht expressiv einen mineralischen Mix aus Basalt, Korund und einer Art warmen Schiefer. Geschmacklich dominiert das kecke, sehr jugendliche und dabei durch seine Dichte auch voll ausgewachsene Agrumengemisch (plus dezentem wie markantem Wurzelwerk), dem hier auch ein paar Limettenfetzen beigeordnet sind, vor lauter Zitrusaromatik bräuchte es fast keine Säure, aber da ist dennoch genügend davon vorhanden, daß diese nicht fordernd sondern einfach höchst belebend wirkt, ist meiner Wahrnehmung nach dem nicht geringen Agrumenextrakt zuzuschreiben, der schon signifikant Trockensüße ins Spiel bringt; die Vulkanmineralik ist hier nur in der zweiten Reihe unterwegs, dennoch ist sie sehr prägend. Der minutenlange Nachhall samtet die Zitrusfüchte etwas ein, was der Frische aber keinen Abbruch tut, zum Finale hin wirkt die Etherik fast etwas ölig ohne dabei die Viskosität zu beeinflussen, im Finale nehmen die mineralischen Noten wieder zu.

Wenn man diesen Gutswein in der aktuellen (Höchst-) Form in eine Runde mit jüngeren Kaltjahr-GGchen als Piraten einschmuggeln würde, würde er dort gegen vermeintliche, echte GG-Granaten -vor allem aus gleichem Hause- sicher absacken, sich aber doch äußerst gut behaupten können, denn eine nicht geringe Anzahl von Weinen anderer Häuser aus dieser höchsten VDP-Riege steckt er aus meiner Sicht locker in die Tasche, vor allem strukturmäßig. Ganz erstaunlicher PLV-Kracher, der auch im achten Jahr noch kein bißchen müde ist.

Wertung vom 17.10.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 20.06.2026:

Optisch ein helleres Zitronengelb, nach dem Einschenken noch leicht perlend; nasal gibt’s denn auch Zitrone bzw. zuckerbefreites Zitronat mit leichter Reduktivität, die sich durch VA-Schnitt und Basalt manifestiert, ein bißchen Frühlingswiese schwingt auch mit. Geschmacklich kommen noch Pampelmuse und Pomelo dazu, weiters etwas Rucola, zur feinen Reduktivität gesellt sich eine leichte Steinsalzspur, die Säure ist ultraknackig und wirkt gleichermaßen reif wie grünlich. Der sehr lange Nachhall bringt dann auch ein paar grüne Noten wie Limette ins Spiel, dabei aber nicht unreif wirkend, sondern einfach jugendlich, unbeschwert, frisch.

Daß dieser Gutsriesling 10 Jahre auf dem Buckel hat, mag man selbst mit dem Wissen um die Herkunft kaum glauben, 2 bis 4 Jahre wurde in der Runde gemutmaßt. Der Wein zeigt entsprechend auch keinerlei der rebsortentypischen Alterungsnoten, ist aber bei aller Frische dennoch komplett erwachsen bzw. zeigt nichts Jugendsündiges. Unkomplizierter wie anspruchsvoller Sommerwein für die abendliche Terrasse!<br><br>Verkostet am 20.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[1855 - Cidre Méthode traditionelle 2023, Les Vergers de la Morinière, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=83544</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 14:19:11 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/05/20250517_094707.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 04.06.2025:

Farblich ein etwas dunkleres Braunorange, mitteldichter, etwas gröberer Blubber mit Ausdauer. Riecht nach dunklen Mostäpfeln mit etwas Orange, deutliche Gerbstoffankündigung. Geschmacklich setzt sich das so fort, hier jedoch eher Bitterorange, die Gerbstoffe sind etwas feiner strukturiert als vom nasalen Eindruck her erwartet, dafür aber auch deutlich hefig; die Säure ist einerseits mild, aber doch potent genug, dem deutlichen Extrakt angemessen zu begegnen, bodenseitig wirkt’s lehmig mit ein paar Eisensalzen. Abgangsseitig dann ein paar mehr Agrumen-Bitterchen der feinen Art, dieser Teil wirkt im Gegensatz zum Gaumengefühl staubtrocken.

Das ist schon ein recht substantieller Cidre, der vor allem eine schöne Begleitaromatik aus der Agrumenwelt bietet, allerdings aktuell auch schon recht reif wirkt, weshalb ich nicht einschätzen kann, ob das Stilistik ist oder einfach relativ schnell altert. Wir werden’s sehen, ein Fläschchen hab ich noch…

Wertung vom 04.06.2025: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 21.06.2026:

Bei diesem Obstschaum kann ich’s mir mal wieder leicht machen und im Wesentlichen auf die obenstehende Notiz verweisen, abweichend gibt’s nur fast keine Bitterorange, eher etwas mehr Mandarine, ist auch deutlich weniger reif wirkend. Vielleicht war der Korken der ersten Flasche in weniger guter Verfassung wie der der zweiten, jedenfalls kann ich nunmehr ohne Wenn und Aber einen „3er“ vergeben...<br><br>Verkostet am 21.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Cidre rosé - brut - Cidre de Normandie 2023, Le Père Jules - Th. Désfrièches et Fils, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=84151</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 14:01:06 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/09/20250907_101646_0001.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 11.09.2025:

Eine Art helles Erdbeerapricot mit minimaler Trübung findet sich im Glas wieder, eher zurückhaltendes, aber gut ausdauerndes Geschäume. Geruchlich zeigen sich rote Bergäpfel in recht frischer, aber saftferner Konsistenz, auch eine kleine Birnenspur ist vorhanden. Am Gaumen kommt noch Grapefruit dazu, die Gerbstoffe sind präsent, jedoch sehr fein gestrickt, die Säure ist recht grapefruitig und wird durch eine minimale Süßespur gut balanciert, eine feine, kühlere Kalkspur noch. Beim recht langen Nachhall sticht die Grapefruit etwas mehr hervor und zeigt sich dabei auf eine recht flaumige Art.

Die hier verwendeten, rotfleischigen Äpfel bringen schon eine signifikant andere Aromatik ins Spiel als die in der Normandie sonst verwendeten Mostäpfel, der Cidre wirkt insgesamt filigraner als der dortige Durchschnitt, ist aber doch klar (apfel-) weinig und driftet nicht zur Saftseite hin. Sehr eigene, horizonterweiternde Cidre-Erfahrung!

Wertung vom 11.09.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 20.06.2026:

Im Glas ein helleres Apricot, sehr ausdauerndes Geschäume; nasal roter Bergapfel, Yuzu und ein Hauch Preiselbeere, dazu eine feine Hefespur. Am Gaumen dann auch Grapefruit und ein Hauch grüne Birne, agile und doch leicht talcumgepufferte Säure, ansonsten eine feine Kalkbasis. Der schön lange Nachhall ist dann von rosa Frucht geprägt ohne dabei ins auch nur annähernd Kitschige abzugleiten.

Im Wesentlichen bestätigt sich der Eindruck der Erstbegegnung, durch die teils rotfruchtigen Aromen setzt sich der Cidre recht deutlich von seinen regionalen Kollegen ab, verleugnet aber seine Herkunft nicht. Wird sicher nachgekauft…<br><br>Verkostet am 20.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Rieslaner - Laumersheimer - [süß] - «Auslese» - Pw - VDP.Ortswein 2017, Philipp Kuhn, Pfalz, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85896</link>    
    <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 13:39:21 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260609_102746.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leuchtendes Orangegelb, nasal gibt’s glykolige Orangen und Mandarinen, etwas Kumquat, leichte Kräuterspur. Geschmacklich setzt sich das so fort, auch hier die Frucht recht samtig-ölig, die Säure ist zwar an sich ordentlich bemessen, baut aber keine allzu hohe Spannung auf, die Steinseite zeigt kühl-salzige Komponenten, wirkt aber leicht maskiert. Vom Abgang hat man recht lange was, auch hier wirkt die süße Agrumik recht viskos, bleibt aber doch weit jenseits der anstrengenden Seite.

Das ist aromatisch sehr schön differenziert, aber süße-säure-spannungsmäßig bleiben wir doch deutlich hinter anderen, spannenderen Süßlingen zurück, dabei sind wir hier in einem nicht allzu warmen Jahr unterwegs; zum „3er“ langt’s deshalb bei mir nicht…

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachtrag nach 9 Tagen mit Luft: da was von dem Süßstoff übrig blieb, wollte ich mal testen, ob man nach einigen Tagen Sauerstoffeinfluß auch hier einen Ausblick auf den weiteren Reifeverlauf erlangen kann, ähnlich wie bei dem Trockenzeugs, denn diesbezügliche Erfahrung mit Süßkram hab ich so gar nicht, die kleinen Flaschen sind in der Regel schneller leer, als man kucken kann. Tatsächlich hat sich von der Aromatik her nichts Grundsätzliches geändert, die einzelnen Agrumen sind aber viel klarer abgebildet, der Zucker wirkt signifikant runder und läßt der Säure mehr Raum. Das wirkt nunmehr deutlich fokussierter und damit auch spannender, insofern ein hoffnungsvoller Ausblick auf die zweite Flasche in vielleicht 5+ Jahren.

Wertung am zehnten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25<br><br>Verkostet am 10.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[St. Laurent - [Breitenbrunner Rosenberg] - Oh when the Saints - Pet nat - trocken - Österreichischer Perlwein 2023, Heinrich, Leithaberg, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=83555</link>    
    <pubDate>Sat, 20 Jun 2026 13:21:22 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/05/20250528_115223.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 05.06.2025:

Ein etwas mattes Hellapricot im Glas, äußerst feiner wie nachhaltiger Blubber; geruchlich geht’s gleichermaßen frisch wie samtig zu, es zeigt sich ein Mix aus recht sekundären Weinbergspfirsichen und roten wie weißen Johannisbeeren, leichter Hefeschleier, eine erste Talcumankündigung. Geschmacklich geht’s ähnlich zu, mit der lebendigen und doch auch sehr samtigen Säure kommt eine flaumige, leicht fermentierte Yuzu sowie Grapefruit mit, steinseitig gibt’s eine Mischung aus Kalk und Talcum. Der sehr lange Nachhall bietet dann auch diese spannende Ambivalenz zwischen Frische und Geschmeidigkeit, im Finale hat vor allem die Yuzu ihren großen Auftritt.

Bei diesem PétNat paßt wirklich alles grandios zusammen, das Zeuch ist unglaublich belebend (und das trotz der für meine Verhältnisse recht hohen Restzuckerfracht), es ist unglaublich fein strukturiert, es wirkt durch Albeden und Mineralik unglaublich geschmeidig und die Fruchtaromatik wirkt trotz der Beschränkung auf recht bekannte und gar nicht mal so viele Protagonisten in der Kombination unglaublich unique. Ganz schlicht und einfach: ich bin von diesem Geschäume hochgradig begeistert!

Wertung vom 05.06.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 19.06.2026:

Im Glas ein leicht trübes Messingapricot, anfangs eruptiver, dann rasch eher verhaltener, etwas gröberer Blubber mit guter Ausdauer; es riecht nach stark sekundären Pfirsichen und Papaya, leichter Hefeschleier und etwas Talcum, ein Hauch Fruchtjoghurt. Geschmacklich dann auch diese leicht cremige Sekundärfrucht, der für meine Verhältnisse doch recht hohe Restzucker ist erstaunlich gut eingebunden, mit der flaumigen Säure kommen auch ein paar fermentierte Mandarinenschalen mit; steinseitig eine Mischung aus Kalk und Talcum (auch wenn die Trauben auf Glimmer-Schiefer wuchsen). Der mehrminütige Nachhall flaumt dann deutlich im Papaya-Bereich, trotz der sehr samtigen Säure wirkt das sehr frisch animierend und steigert die Gier aufs nächste Glas.

Wenn ein an sich trockenes Getränk technisch bzw. wertmäßig mehr Zucker als Säure hat, geht das in meinem Sinne selten gut aus, weshalb ich bei solchen Daten eher vorsichtig bin. Verallgemeinern darf man’s aber auch nicht, denn -wie hier- ist das Ergebnis in manchen Fällen dann doch unglaublich trinkig. Und das sogar ob der auch recht flaumig-samtigen Sekundärfrucht! Machte jedenfalls auf der Terrasse bei wunderbaren 32 Grädern (ich liebe es, warum kann’s nicht immer so sein?) sehr viel Freude, auch wenn sich die Frucht gegenüber der Erstbegegnung nicht mehr ganz so komplex zeigte.<br><br>Verkostet am 19.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Kisi - dry amber - Wine of Georgia 2019, 39 Qvevri, Kachetien, Georgien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=85920</link>    
    <pubDate>Fri, 19 Jun 2026 09:42:35 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/06/20260615_133146.jpg" alt="" /><br />Optisch geht’s im Glas bräunlichorange zu, nasenmäßig zeigen sich getrocknete Orangenringe und zuckerbefreite Honigaromen (Distel-?), deutliche Ankündigung weißer Tannine. Geschmacklich dann der fast erwartete staubige Eindruck von negativem Zuckergehalt (wenn’s das denn geben würde), das Trockenorangenpulver tut sein Übriges dazu, ansatzweise auch Trockenrosine; die Säure ist gut austariert, trägt aber kaum zur Spannung bei, das übernehmen schon Koriandersaatbitterchen und leicht glimmeriger Ton. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der auch im Wesentlichen die Ultratrockenstaubigkeit zelebriert.

„Trockener als trocken“ ist hier das klare, selbst mich leicht fordernde Motto. Das trinkt sich zur Tajine schon schön weg, bleibt aber letztlich doch immer ein Stück garstig, immerhin durchweg auf der durchaus interessanten Seite. Zum Nachkauf reicht’s aber nicht, da ist das Bessere klar der Feind des Guten…<br><br>Verkostet am 18.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Iphöfer - trocken - VDP.Ortswein 2020, Wirsching, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=73469</link>    
    <pubDate>Tue, 16 Jun 2026 13:02:26 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/10/20251024_173553.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 24.07.2021:

Im Glas ein helleres Zitronen(saft)gelb, riecht straff kräuterig nach Estragon, Kerbel und einem Hauch Koriander, dahinter Stachelbeere und dezent Tamarinde. Schmeckt dann auch recht kantig kräuterig, gleitet dabei aber nicht ins Grasige (allenfalls ins Zitronengrasige...) bzw. Plakative ab, zur o.g. Frucht kommen noch Zitrone und Limette hinzu, die Säure ist frisch und klar, kühl-blaue Steingrundlage. Der ziemlich lang hallende Nachhall zeigt dann auf der immer noch in erster Linie frisch-grünen Fruchtseite ein paar recht ernsthafte gelbe Steinobstsprengsel, im schier ewigen Finale eine leicht süßlich wirkende Kräuterfront.

Das ist für eine noch grün-hinter-den-Ohrige Orts-Scheurebe richtig genialer Stoff und liegt dieses Jahr meilenweit vor der sonst meist führenden Stahl-Scheurebe. Trotz aller Frechheit ist da nichts Klischeehaftes, keine Spur von Eisbonbon oder anderen typischen Kaltvergärungsfolgen. Ich bin echt gespannt, was da mit ein paar Jahren Keller draus wird...

Wertung vom 24.07.2021: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 14.08.2025:

Farblich ein helles Goldgelb, initial noch einiges an Bizzel dank dem Schrauber, geruchlich dann maximale Frische mit Limette und Bilimbi, dazu ein Kräuterreigen aus Estragon, Zitronengras, Curryblättern und in gehauchter Form auch Minze bzw. Eukalyptus. Gaumenmäßig geht das genauso frisch weiter, auch wenn hier ordentlich Substanz geboten wird, die auch ein paar gelbere Aromen wie Zitronat und sehr reife, aber zuckerfreie Honigmelone bietet; die Säure ist ultraklar und intensiv, jedoch nicht aggressiv, steinseitig in Verbindung mit der auch hier schön differenzierten Kräuterspur eine glockenklare Keuperanmutung.

Das ist so super, superer geht’s in dieser Genre-Preis-Riege kaum. Ich liebe ja solche Weine, die von ihrem Habitus her vorrangig frisch und unkompliziert sind, die aber dennoch hinsichtlich Struktur und Komplexität ziemlich weit oben mitspielen. Ganz klar ein würdiger Vertreter in der Kategorie „Großer kleiner Wein“, die ich tatsächlich schwerer füllen kann als die der „Großen Sachen“ ohne Berücksichtigung derer Einkaufspreise. Insofern große Freude bei immer noch 30 Grädern im Schatten…

Wertung vom 14.08.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 15.06.2026:

Farblich ein leuchtendes, helleres Zitronengelb, fürs Näschen gibt’s einen intensiven, aber nicht plakativen Mix aus Nachtkerze, Pampelmuse, Nektarine und etwas Estragon. Geschmacklich kommt das dann mit einiger Extraktsüße daher, restzuckermäßig scheinen wir aber nahe Null zu sein, jedenfalls fühlt’s sich so an, denn hier bickt absolut nichts; die Säure ist stramm, agil, aber nicht fordernd, der Gipskeuper wird hier wunderbar abgebildet. Dann hallt’s mehrminütig nach, insbesondere die Kräuterspur wird hier etwas breiter und fächert sich auch mehr auf, Oregano und Thymian sind hier noch klar mit im Spiel, im kaum abflauenden Finale kantelt dann noch etwas Kalisalz nebst einer Spur weißem Pfeffer vor sich hin.

Im Gegensatz zur gestrigen BüSpi-Scheu bin ich hier bei vergleichbarer Substanz recht gehoben erfreut; das ist zwar schon von etwas lauterer Machart, dennoch gibt’s nix, das irgendwie vorlaut wirkt bzw. andere Bestandteile maskiert, einfach stoffig-leicht (sic!) und in sich wunderbar verwoben, so soll’s sein!<br><br>Verkostet am 15.06.2026 von EThC]]></description>
  </item>
</channel>
</rss> 
