	<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" ?>								   

<rss version="2.0">
<channel> 
  <title>Verkostungsnotizen.net</title>
  <link>http://www.verkostungsnotizen.net</link>
  <description>Wein-Verkostungsnotizen von EThC</description>
  <language>de-de</language>
  <pubDate>Sat, 15 Aug 2026 05:29:53 +0200</pubDate>
  <lastBuildDate>Sat, 15 Aug 2026 05:29:53 +0200</lastBuildDate>
  <docs>http://www.beispiel.to/rss.php</docs>
  <generator>Rss Feed Engine</generator>
  <managingEditor>webmaster@verkostungsnotizen.net</managingEditor>
  <webMaster>webmaster@verkostungsnotizen.net</webMaster>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - [Nieder-Flörsheimer Goldberg] - Voodoo Doll - [trocken] - Landwein Rhein 2021, d.b Schmitt, Rheinhessen, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86251</link>    
    <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 21:42:01 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260812_175607.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leicht getrübtes Messing mit Neontouch, nasenmäßig sind wir bei stark fermentierten Orangen, Yuzu und Limetten, dazu auch einiges an gelber Floralik, feiner Hefeschleier. Am Gaumen dann kompromißlos trocken bei gerade mal elfeinhalb Umdrehungen, dazu eine ebenso kompromißlose, selbstbewußte, jugendlich-reife (sic!) Säure, dennoch zeigt der Wein auch substantiell Rückgrat, etherischerseits hat die Limette die Nase vorn, wir bewegen uns aber mit ausreichendem Abstand vor der Klebergrenze, steinseits eine stark kohlensaure Mischung aus Kalk und etwas Schiefer (den’s da vermutlich gar nicht gibt). Der Minutennachhall bestätigt den wilden Zitrusetherikritt nochmals.

Das ist schon ein ziemlicher Hardcore-Riesling, aber was anderes dürfte bei der Namensgebung und dem Etikettendesign auch nicht in der Flasche drin sein. Wenn man also bereit ist, über den Riesling-Tellerrand in hier juranischer Machart hinauszuschauen, ist dieses wahrlich wilde Zeuch eine echte Horizonterweiterung, wenn nicht: Finger wech! Das kühle 21er Jahr schlägt hier säuremäßig auch voll durch, aber wie bei nicht wenigen Naturingern würde mir in diesem Fall ein Voodoo-Schwesterchen aus etwas wärmerem Jahr vermutlich noch besser gefallen.<br><br>Verkostet am 14.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Tsitska - dry 2021, Pheasant's Tears, Imereti, Georgien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86250</link>    
    <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 21:35:34 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260726_161836.jpg" alt="" /><br />Ein knalliges, minimalst getrübtes Rotorange im Glas, nasenmäßig gibt’s vor allem getrocknete Ringe von Orangen, Bitterorangen und Mandarinen mit entsprechender Etherik, dahinter kündigt sich schon die tonige Mineralik an. Geschmacklich bewegt sich die Etherik schon ganz knapp vor der Klebergrenze (für manchen vielleicht schon jenseits davon), der Extrakt wirkt deutlich bittersüßlich, ein bißchen was Malziges ist präsent; die Säure wirkt neben der ganzen Etherik fast schüchtern, leistet aber dennoch sehr gute Arbeit, die angekündigte, kühle Tonigkeit bestätigt sich. Der äußerst lange Nachhall konzentriert sich dann auch im wahrsten Sinne des Wortes auf die orange Etherik.

Fast wie erwartet wieder so ein Grenzfall hinsichtlich des Kippunktes von animierender Agrumenetherik zu abturnendem Ethylacetat; für mich paßt das bei diesem Wein zwar noch, trotzdem ist das Etherische so dominant, daß es bezüglich anderer Aromen schon ziemlich maskierend wirkt. Paßte denn auch zur Tajine recht gut, solo wurde es dann aber schon schwierig, deshalb insgesamt kein Nachkaufkandidat für mich.<br><br>Verkostet am 13.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Cuvée] - g.U. Langenlois - Blanc de blancs - Große Reserve - Sekt Austria Niederösterreich 2020, Loimer, Kamptal, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86249</link>    
    <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 21:29:18 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260812_175409_0001.jpg" alt="" /><br />Visuell ein sehr klares Messing, sehr lebendiges wie feines Geschäume mit höchster Ausdauer; geruchlich gibt’s vor allem reifere Renetten, jedoch fern der Backapfeligkeit, im Oberschwingungsbereich auch Quitte und Mirabelle sowie ein bräunliche Rebelkräuter, ein winziges Nußhörnchen noch. Am Gaumen wirkt das -auch aufgrund des quirligen Blubbers- noch deutlich frischer als erwartet, wobei die reiferen Apfelaromen schon klar mitprägen; das Nußhörnchen ist hier sogar etwas größer und verfügt sogar noch über eine kleine Marzipanbeigabe, was der Niederviskosität jedoch nicht abträglich ist, denn die völlige Zuckerabstinenz (eine leichte Extraktsüße gibt’s natürlich schon) in Verbindung mit potenter Säure und der nie versiegenden Perlage sorgt souverän für Ausgleich, auch die eher lössig anmutende Mineralik beeinträchtigt den grundsätzlich frischen Charakter nicht. Abgangsseitig hat man im Minutenbereich was davon, die Äpfel wirken hier deutlich heller denn am Gaumen, Säure und „Afterblubber“ reizen die Speiseröhre in gleichzeitig kühlender wie wärmender Weise, im Finale dann ein kleines Croissant ohne jede Füllung.

Die in früheren Zeiten immer wieder mal probierten Sekte des Kamptals waren in der Regel recht ordentlich gemacht, haben mich aber bei den Sachen aus Burgundersorten selten vom Hocker gerissen, sie waren mir meist zu behäbig, oft war mir der Restzuckergehalt auch zu hoch, so daß bereits die Aromenmaskerade voll im Gange war. Hier haben wir aber ein für mich sehr erfreuliches Geschäume im Glas, das gekonnt mit den Gegensätzen spielt und so für Spannung sorgt. Aktuell fällt mir kein österreichischer Sekt ein, der mir in den letzten Jahren mehr Freude bereitet hätte. Blanc des noirs mag ich ja tendenziell noch lieber, Fred Loimer hat da auch noch was, das der Thermenregion entstammt, sollte ich auch probieren! Für den Blanc de blancs gibt’s aber schon mal hervorragende, durch die innere Spannung verursachte<br><br>Verkostet am 12.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Sauvignon blanc - Damaszener Stahl - trocken - Qw 2019, Stahl, Tauberfranken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86244</link>    
    <pubDate>Tue, 11 Aug 2026 19:37:45 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260726_162033.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leuchtendes, leicht grünliches Goldgelb, fürs Näschen gibt’s vom Fleck weg recht intensiv frisch anmutende Kräuter von Estragon über Kerbel bis Zitronengras, erst dahinter gibt’s einen Mix aus etherischer Limette, Kiwi und Stachelbeere, das Ganze teils primär, teils sekundär anmutend. Am Gaumen ist die Fruchtseite deutlich präsenter, sie wirkt reif und grün zugleich, die Säure ist knackig und dennoch auch geschmeidig, dazu eine feine Salzspur nebst etwas weißem Pfeffer, sehr kühl-kalkige bzw. sogar keuperige Basis. Dann ein minutenlanger Nachhall, der die Kräuter wieder etwas mehr betont, von der Fruchtseite her darf vor allem die Limettenetherik mitspielen.

Das ist tatsächlich reif-jugendlich-frisch-erwachsen, wie ich mir das analog zu den Basis-Scheureben des Weinguts erhofft hatte; in gewisser Weise schon „laut“ (wie man das ja gerne für SB’s verwendet), aber für mich durchweg auf der guten, weil trotz der Intensivität nicht plakativen Seite unterwegs. Für einen Basis-SB, der mich seinerzeit < 9 Euronen gekostet hat, ist das auch und gerade im siebten Jahr schon verdammt gut und paßt gerade super auf die sonnendurchflutete Terrasse.<br><br>Verkostet am 11.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[PG / GW / CHAR / MUS - [Ammerswihr] - le village des amoureux - Vin blanc sec 2023, La Grange de l'Oncle Charles, Elsass, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86239</link>    
    <pubDate>Mon, 10 Aug 2026 19:45:47 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260810_154446.jpg" alt="" /><br />Farblich ein leicht getrübtes, ockeriges Messing, fürs Näschen gibt’s initial vor allem essigbaumgrünes Holz nebst Limettenetherik, mit etwas Luft gewinnen aber sekundäre Papaya, dunkelgelbe Kochbananenschale sowie Pomeloalbedo die Oberhand, die Initialaromen wirken nun als animierende Kante, alles untermalt durch eine feine Nachtkerzenfloralik. Am Gaumen wirkt die sehr sekundäre, partiell fermentierte Frucht samtig und frisch zugleich, die Säure ist stramm und doch auch nobel-samtig zurückhaltend, der Extrakt ist deutlich zitronatgeschwängert, blumenseitig sind wir hier eher bei Löwenzahn, bodenseitig viel flaumiger Kalk nebst Kalisalz und etwas Lemon Pepper. Dann ein intensiver Mehrminüter, der neben einer Potenzierung der Salzspur -nun sogar natriumchloridhaltig- auch gelbe (Natur-) Gummibärchen in absolut unplakativ in den Vordergrund stellt; im kaum enden wollenden Finale dann auf einmal salziges Mirabellenkonzentrat, wieder intensiv, wieder fern jeder Künstlichkeit.

Boah, ist das goil! Den Elsässer Weinen wird ja gerne attestiert / vorgeworfen / unterstellt, daß sie ebenso deftig wie die regionale Küche sind (Baeckeoffe, Choucroute garnie, Schiffala, Flammenkueche, Fleischschnacka etc.), ist auch nicht wirklich von der Hand zu weisen. Das hat sich in den letzten Jahren zumindest etwas gewandelt, wobei vor allem die innovativer arbeitenden Winzer nach meiner Wahrnehmung für diese Entwicklung stehen. So ist denn auch dieser Wein -vor allem beim ersten Eindruck- im besten Sinne burgundisch zu nennen, dennoch haben wir keine Anbiederung an das Burgund vor uns, denn die Elsässer Deftigkeit wohnt dem Wein bei aller Spannung dennoch inne, jedoch auf wunderbar leichtfüßige Weise. Ich bin jedenfalls hin und weg ob dieser tänzelnden Opulenz!<br><br>Verkostet am 10.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Crème de Riesling - Pet Nat suche bìle - Perlive víno - Moravske zemské víno 2020, Dobrá Vinice, Moravia, Tschechien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=79177</link>    
    <pubDate>Sun, 09 Aug 2026 21:10:58 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/10/20231017_151109.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 16.10.2023:

Farblich ein leicht angetrübtes, dichteres Goldgelb, sehr verhaltene Perlage mit Feinstbläschen, die aber beständig die Mundhöhle bekribbeln. Riecht satt frisch nach Limetten-, Pomelo- und Zitronenzestenextrakt, dazu ein leichter Stinker, der sich auch hartnäckig hält, bleibt aber auf der (mich) animierenden Seite. Am Gaumen geht's mit Zugabe von Bilimbi so weiter, der verjusigen Säure steht kein Gramm Speck gegenüber, etwas Zitronengras auf der Kräuterseite, ein Hauch (Kräuter-) Salz noch, sauerer Kalkschaum fällt mir zur Steinseite ein. Der Minutenabgang lebt dann auch von diesem reduktiven Zestenkonzentrat, im Finale dann auch Albedo von Pomelo und Limette.

Krasses Zeuch! Nix für Weicheier, denn dem Nullzucker steht eine Mördersäure gegenüber, die sicher nicht jedermanns Sache ist, und die grünzitrische Reduktivfrucht ist bestimmt auch nicht mehrheitsfähig. Wenn man aber mit solch fordernden Schäumern generell auf Du ist, sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Wertung vom 16.10.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

-------

Verkostung vom 15.08.2025:

Visuell schon ein deutlich angedunkeltes Goldgelb, eher verhaltener, ultrafeiner Blubber mit hoher Ausdauer. Die Nase bekommt zuerst einiges an volatilem Säurenebel ab, dann pure Etherik von Pomelo, Limette und Pampelmuse, minimal auch Krautwickel. Am Gaumen wird die Agrumenetherik noch um Tamarinde und Bilimbi ergänzt, die krasse Säure ist recht verjusig, ein paar sehr belebende Kräuter ergänzen die mineralische Seite mit gelöschtem Kalk. Auch der mehrminütige Abgang ist äußerst etherisch-frisch und dabei so kompromißlos, daß die meisten Leute hier sicher bereits längst ausgestiegen sind.

Ich finde solche kantig-fordernden Sachen ja generell recht schön, aber solche Extremisten wie diesen kann ich auch nicht jeden Tag verklappen. Heute jedoch paßte das wunderbar zum ebenso extremen Wetter und hat mir dabei extrem viel Freude gemacht. Deshalb ist meine erneut recht hohe Wertung auch stark situationsabhängig und würdigt vor allem die aus meiner Sicht -heute- perfekte Struktur, im Rahmen einer Reihenverkostung mit komplexeren Sachen sähe das vermutlich ein bißchen anders aus. Aber Objektivität ist beim Wein ja nicht meine Stärke…

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: ein bißchen was war noch übrig, der gestern schon nicht soo üppige Blubber hat sich aber erstaunlich gut gehalten. Immer noch ein recht fordernder Schaum, aber die Agrumen haben sich etwas zur orangen Seite hin entwickelt, wirkt nun auch leicht stoffiger. Eine durchaus vielversprechende Entwicklung! Wenn ich's erwarten kann, warte ich mit der nächsten Flasche noch zwei Jahre...

Wertung vom 15.08.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

-------

Verkostung vom 09.08.2026:

Optisch ein leicht trübes, angedunkeltes Goldgelb im Glas, der Blubber ist leider nicht mehr so dolle, perlt aber doch beständig wie fein nach. Geruchlich ein recht kompromißlos trockener, absolut fettfreier Mix aus allerlei grünen bis gelben Agrumen mit recht hohem Etherikanteil auf der grüneren Seite. Am Gaumen kommen noch Bilimbi und Tamarinde sowie Karambole hinzu, oberschwingungsmäßig auch etwas Meerrettich; die Säure ist ultraknackig und ebenso klar, steinseitig wirkt’s extrem kühl-kalkig. Beim recht langen Nachhall macht sich dann der aufgeschüttelte Heferest am meisten dämpfend bemerkbar.

Ich hab diesmal den Heferest von Anfang an schön in der Flasche verteilt, um zumindest etwas Puffer in dem recht kompromißlosen Getränk zu haben, aber es bleibt dabei, daß das kein Wein für Sissis ist und auch ich kann das eigentlich nur mit Genuß trinken, wenn der Körper aufgrund der aktuellen Temperaturen nach fortgeschrittener Erfrischung lechzt. Und genau das funktionierte heute extrem gut. Also kein Schaum für alle Tage, aber heute war’s genial!<br><br>Verkostet am 09.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[un homme et une femme - Claude Lelouch - brut - Cidre 2024, Domaine des 5D, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=83979</link>    
    <pubDate>Sun, 09 Aug 2026 20:59:56 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/07/20250731_092642.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 10.08.2025:

Ein leicht trübes Gelborange im Glas, erst eher unauffälliger, aber sehr feiner Blubber, der dann jedoch kaum nachläßt; riecht nach mürben Renetten sowie etwas Mandarine, sehr feine Gerbstoffstruktur, geschmeidige Extraktsüße, fast eine kleine Spur von Lindenblütenhonig; die Säure ist kaum spürbar, dennoch weder breit noch klebrig wirkend, die Basis besteht aus Magnesium und etwas Kalk. Abgangsseitig ist die Trockensüße am ausgeprägtesten, belastet jedoch in keinster Weise, obwohl die Säure auch hier kaum zutage tritt.

Sehr trinkiger Cidre, und das, obwohl die Säure doch sehr stark im Hintergrund arbeitet und die Gerbstoffe auch recht in Richtung Geschmeidigkeit arbeiten; tatsächlich kann ich gar nicht so richtig sagen, warum der Cidre ungehemmt läuft, er tut’s einfach mit großer Freude…

Wertung vom 10.08.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

-------

Verkostung vom 09.08.2026:

Ganz einfach kann ich’s mir heute nicht machen, nur halb-einfach, deshalb einfach die Überarbeitung meiner letzten Notiz: ein leicht trübes Gelborange im Glas, erst eher unauffälliger, aber sehr feiner Blubber, der dann jedoch kaum nachläßt; riecht nach leicht fermentierter Bittermandarine sowie auch etwas hopfig. Am Gaumen eine sehr feine Gerbstoffstruktur, ganz leicht adstringierend, geschmeidige wie herbe Extraktsüße, fast eine kleine Spur von zuckerfreiem Distelhonig; die Säure ist kaum spürbar, dennoch weder breit noch klebrig wirkend, die Basis besteht aus Magnesium und etwas Kalk. Abgangsseitig ist die herbe Trockensüße am ausgeprägtesten, belastet jedoch in keinster Weise, obwohl die Säure auch hier kaum zutage tritt, im Finale setzt sich vor allem die Bittermandarine in Szene.

Sehr trinkiger Cidre, und das, obwohl die Säure doch sehr stark im Hintergrund arbeitet und die Gerbstoffe auch recht in Richtung Geschmeidigkeit arbeiten; spannungsfördernd ist in erster Linie diese ungemein animierende, bittere Mandarinenvarietät, die’s in echt vermutlich gar nicht gibt, stell ich mir aber so vor. Nunmehr weiß weiß ich also, warum der Cidre so ungehemmt läuft und er tut’s mit großer Freude…<br><br>Verkostet am 09.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Weißer Burgunder & Chardonnay - [trocken] - Qw 2021, Karl H. Johner, Baden, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86229</link>    
    <pubDate>Sat, 08 Aug 2026 21:18:03 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260808_182626.jpg" alt="" /><br />Visuell ein etwas helleres Goldgelb, nasal bin ich bei einer Mischung aus Zitronat, japanischem Bananenkonfekt, Gala-Melone und Nashi-Birne, das Ganze trotz einer gewissen Quietschigkeit doch komplett unplakativ, sehr subtile Großholzaromatik. Geschmacklich dann deutlich weniger quietschig, hier eher Nektarine und gelbe Pflaume, dazu eine feine Kalisalzspur; die Säure ist gut strukturiert, aber nicht fordernd und läßt auch eine gewisse Cremigkeit zu, bodenseitig eine Mischung aus pufferndem Kalk und kantelnder Vulkanik. Abgangsseitig ist die Salzspur dominierend, obwohl sie gar nicht mal so breit ist, aber sie ist hier der maßgebliche Spannungsgenerator, dahinter die leicht braunwürzige, feincremige Frucht.

Das zeigt von Nase bis Schlund ein recht interessantes Aromenpotpourri, trotz leicht cremiger Grundstruktur und gar nicht mal soo präsenter Säure wirkt das schon ziemlich spannend, woran das Salz nicht ganz unschuldig ist. Ich habe diesen Wein nicht in erster Linie für mich gekauft, sondern eher für meine regelmäßigeren Gäste, wobei ich auch bei diesen Sachen natürlich drauf achte, daß ich selbst auch eine gewisse Mindestfreude daran habe. Was hier durchaus gut gelungen ist, aus wärmeren Jahren wär das vermutlich nichts mehr für mich…<br><br>Verkostet am 08.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[L'Extra Lucidre - [brut] - Cidre Normand 2020, Domaine des Cinq Autels, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=84513</link>    
    <pubDate>Sat, 08 Aug 2026 16:29:17 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/11/20251114_163836.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 15.11.2025:

Optisch ein leicht trübes, dennoch leuchtendes Orangegelb, recht feiner wie ausdauernder Blubber, nasal gibt’s stark reduzierte, fast etwas staubige Orangen und Mandarinen vor dem eigentlichen Mostapfelaroma, ein paar feine Eisensalze im Anflug. Geschmacklich können sich die apfeligen Aromen etwas mehr behaupten, insbesondere die ledrigen, trotz Knarzetrockenheit und präsenten Gerbstoffen präsentiert sich der „Lucidre“ aber erstaunlich weich ohne deshalb weichgespült zu wirken, bodenseitig kommt zum Eisen(III)oxid noch eine Ladung Kalk dazu. Dann ein mehrminütiger, flaumiger und dennoch auch etwas kantiger Nachhall, der ebenfalls eine wunderbare Balance zwischen herber Ernsthaftigkeit und schmeichelnder Eleganz hinbekommt.

Das ist einer dieser gar nicht mal soo häufigen Cidres, die einerseits den anspruchsvollen Nerd (bzw. hier sogar noch in der Extremform des Trockenfuzzis) in höchstem Maße beglücken können, andererseits jedoch auch beim eher ungeübten Publikum deutliche Zustimmung erhaschen kann. Bei tatsächlichen 16 Grädern -aufgrund massiver Sonneneinstrahlung im Voralpenland aber derer gefühlten 23- ein Hochgenuß als Begleitung zu bretonischem, dosierten Meeresgetier…

Wertung vom 15.11.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

-------

Verkostung vom 07.08.2026:

Ich beziehe mich mal wieder bequemerweise auf meine obenstehende Erstnotiz, diesmal gibt’s aber doch etwas signifikantere Abweichungen: das Geschäume ist bei dieser Flasche nicht mehr ganz so gut beieinander, was dazu führt, daß der Cidre mit steigender Temperatur schnell an Spannung verliert, weshalb es dann immer nur Einzelschlucke ins Glas gab. Ansonsten bestätigt sich der aromatische Eindruck der Erstbegegnung ganz gut, die Steinseite zeigt jedoch sich etwas geschmeidiger durch einen signifikanten Talcumanteil. Ob einfach Reifeprozeß oder nicht ganz so toller Verbundkorken, sei mal dahingestellt, hat mich gestern jedenfalls weniger begeistert als im November letzten Jahres…<br><br>Verkostet am 07.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Cuvée] - Gneisz és Csillám - száraz - OEM 2015, Weninger, Sopron, Ungarn]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=63276</link>    
    <pubDate>Thu, 06 Aug 2026 22:33:36 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2019/11/20191128_194943.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 17.02.2018:

Im Glas zeigt sich ein mitteltransparentes, dunkleres Granatrot, für die Nase gibt's gleich recht dicht und saftig Schattenmorellen, schwarze Johannisbeeren und einen kleinen Brombeertouch; ein bißchen was steiniges schimmert durchaus schon durch. Am Gaumen zeigt sich die Frucht saftig-herb, die Tannine stützen diesen herben Eindruck bei gleichzeitiger, fast samtiger Struktur gepaart mit ganz dezenter Adstringenz. Die schöne und frische Säurestruktur scheint dem Blaufränkisch-Anteil (wie hoch?) geschuldet zu sein. Die Steine zeigen tatsächlich klar in Richtung auf was schieferiges, im Verbund kommt ein ganz leichtes Blutorangen-Bitterchen mit. Der Abgang ist ordentlich lang, auch hier wird der herb-saftige Charakter souverän präsentiert.

Ob die o.g. Rebsortenmischung nun tatsächlich genau so in der Flasche zu finden ist, vermag ich nicht zu sagen, aber insbesondere Blaufränkisch (Säurestruktur) und Syrah (Saftigkeit) sind für mich hier schlüssig; der Rest kann, muß aber nicht. In jedem Fall ein spaßbringender und nicht-banaler Rotwein mit einer exzellenten Balance zwischen Extrakt, Mineralik und Säure, dem ich auch bei einem Preis von deutlich mehr als 10+ Euronen ein gutes PLV bescheinigen würde.

Wertung vom 17.02.2018: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

-------

Verkostung vom 28.11.2019:

Ein dunkleres Rubinrot mit mittlerer Transparenz im Glas, für den Riechkolben gibt's saftige Brom- und schwarze Johannisbeeren, denen auch herbere Schattenmorellen und etwas Aronia gegenüberstehen, dazu ein bißchen Großholz. Am Gaumen dann ebenfalls eine schöne Mischung aus Saft- und Herbfrucht, dazu einige leicht zur Adstringenz führende Tannine, das Holz zeigt sich hier in Form einer mindestens 15 Jahre ungeschützt im Freien stehenden Bierbankgarnitur nach mehrstündiger Sonnenbestrahlung, weiters eine schöne herbe Steinbasis nebst gut dosierter Säure. Hängt ziemlich lang am Gaumen, hier hat die herbe Fruchtseite klar die Oberhand, die deutliche Säure sorgt für spannende Beschwingtheit.

Hat seit dem letzten mal an Spannung und Vielseitigkeit noch zugelegt, das Wechselspiel zwischen saftig-fetter und herb-kühler Frucht, welches für mich in erster Linie auf Syrah und Blaufränkisch hinweist, finde ich sehr animierend, die klasse Säurestruktur tut ihr übriges dazu. Schön vor allem, daß zumindest diese beiden Rebsorten für mich recht klar differenzierbar sind und sich nicht so ein breiiger Cuvée-Mischmasch-Geschmack ergibt. Einer meiner bemerkenswertesten Preis-Leistungs-Knaller im Keller.

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: im wesentlichen der gleiche Wein auf gleichem Niveau, wirkt aber etwas "stoffiger" und auch würziger; insbesondere am Gaumen gibt's nun etwas Pfeffer, Koriandersaat und einen Hauch Minze.

Wertung vom 28.11.2019: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 07.05.2021:

Farblich ein dunkleres Violettrot mit mittlerer Transparenz, riecht dicht rotbeerenfruchtig mit reiferen Brom- und süßefreien Preiselbeeren sowie Zwetschgen, aber auch frischespendende Weichseln und Aronia spielen mit; leichte Holzbegleitung in Form von Eiche sowie eine ganz kleine Zigarrenkiste. Auch schmeckmäßig bestätigt sich das voll und ganz, hier noch etwas gegrillte rote Paprika, ein paar sehr samtige Tannine, welche einen kleinen Mikrofaserpelz verursachen, die Säure hält alles gut in Balance, steinseitig ein paar glimmerbitter beflaumte Kalkbröckchen (wobei das natürlich Einbildung sein kann, so nach dem Motto "wo Glimmer drauf steht, muß auch Glimmer drin sein", erscheint mir aber schlüssig). Der ziemlich lang hallende Nachhall zeigt die saftige Frucht von ihrer ernsthaftesten Seite, ansonsten eine schöne Bestätigung der gaumalen Seite, auch hier verursacht der amtliche Gehalt keinerlei Anstrengung.

Hat sich seit dem letzten mal noch etwas zur geschmeidigeren Seite hin entwickelt, ohne dabei schon zum Schmeichler zu werden. Wenn dieser Wein 15 Euronen kosten würde, würde ich ihm dennoch ein gutes PLV bescheinigen. Man erkennt hier die einzelnen Rebsorten recht gut, Merlot und Cabernet Sauvignon bringen ihre Charakteristika sehr schön ein und der Blaufränkisch macht alles locker-flockig, wobei ich die genaue Zusammensetzung nicht kenne (s.o.), aber das sind die Sorten, die ich zu erkennen glaube. Nachdem im Bordelais aus Gründen des Klimawandels ja nun auch einige dort bisher nicht zugelassene, teils nichtfranzösische Sorten verwendet werden dürfen, kommt mir gerade die ketzerische Idee, auch Blaufränkisch dort heimisch werden zu lassen (auch wenn ich nicht die geringste Ahnung habe, ob sich die Sorte da überhaupt wohlfühlen würde, wahrscheinlich aber eher nicht), jedenfalls würde mir dann der ein oder andere Bordeaux vermutlich deutlich besser in den Kram passen...

Verkostung vom 07.05.2021: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 07.07.2022:

Ein dunkles Rubinrot mit geringer Transparenz im Glas, geruchsmäßig zeigen sich allerhand Beeren der eher kühleren Sorte, also vor allem schwarze Johannisbeeren und ein bißchen Aronia, aber auch ein gewisser Pflaumenanteil der frischeren Art spielt mit; dazu gibt's Zeder und Eiche aus der Möbelwerkstatt in angemessener Dichte. Geschmacklich bestätigt sich das mit der Frucht, insbesondere die Aronia behauptet sich selbstbewußt, aber nicht unangenehm mit ihrer etwas harschen Aromatik, dazu eine recht klare und frische Säure, das Holz ist hier etwas mehr in der zweiten Reihe unterwegs, die Tannine sind weitgehend abgeschmolzen, steinseitig stimmt das mit dem Glimmer nach wie vor. Der Abgang zieht sich mehrminütig hin und wärmt ein bißchen ohne Brandigkeit, im Finale fast das höchste Dichtegefühl.

Puuh, für einen Sechseinhalb-Euröner ist das auch und gerade im siebten Jahr ein sprichwörtlicher Mega-Stoff, ich hatte auch im 30plus-Bereich schon deutlich schlechtere Sachen im Glas! Der Wein stellt im derzeitigen Stadium für mich die perfekte Symbiose von warmem Rhône-Syrah und kühlem Blaufränkisch aka Kékfrankos dar, hat im letzten Jahr nochmals gut an Finesse zugelegt und zeigt heute keinerlei Spuren der Erschöpfung.

Wertung vom 07.07.2022: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

-------

Verkostung vom 06.08.2026:

Immer noch ein dunkles Rubinrot mit nur geringer Transparenz und ohne jegliche Braunfärbung im Glas, geruchlich erinnern Brombeeren, Pflaumen und Tapenade sofort an Syrah, den aber frischere Komponenten wie Kirsche und schwarze Johannisbeere begleiten, dezente dunkle wie warme Holznoten mit Tabak bzw. Zigarrenkiste und Totholz rahmen das Ganze schön ein. Geschmacklich dann eine warme, aber nicht mastig-saftige Frucht, feine Tanninstruktur, die für etwas Adstringenz sorgt, gut austarierte Säure, sehr erdige Basis ohne Schwere, die herbe Gneis-und-Glimmer-Mineralik zeigt sich jedoch nur noch oberschwingungsmäßig. Dann ein mehrminütiger Abgang, bei dem der Merlot-Anteil etwas auftrumpft, vom Blaufränkisch aber gut in Schach gehalten wird.

Wohlgemerkt: dies ist ein Wein, den ich einst für sechsfuffzich erstanden habe, dafür ist das im elften Jahr schlicht großartig und selbst beim dreifachen Preis würde ich nicht zucken. Ist zwar stilistisch nicht (mehr) so ganz mein Beuteschema, aber heute paßte es zum Essen dann doch ganz gut, selbst das Glas danach lief ohne Hemmnis den Schlund hinunter. Die Steinseite war aber schon mal etwas spannender, daher heute ein kleiner Abschlag gegenüber dem letzten mal, dennoch viel Freude damit!<br><br>Verkostet am 06.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Ruppertsberg - [trocken] - Qw 2021, Seckinger, Pfalz, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86215</link>    
    <pubDate>Wed, 05 Aug 2026 22:18:14 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260805_192504.jpg" alt="" /><br />Farblich ein helleres Altgold in ganz leicht getrübt (sofern man nicht aufschüttelt), nasal erstmal leicht säuerlicher wie zuckerbefreiter Rosmarinhonig vor halboxidierten Orangen und Physalis, leichte Großholzanmutung, etwas VA-Schnitt. Geschmacklich dann auch wieder diese Trockenhonigaromatik neben ziemlich stramm grünlichen Säurebestandteilen von Limette und Verjus, hier kaum Frucht und damit auch nur oberschwingungsmäßig dieser Oxi-Eindruck, deutliche Bitterchen von Pomeranze und Limette, bodenseitig sowas wie supersaurer Kalk. Auch beim sehr langen Nachhall muß man schon recht säureresistent sein, hier im Wesentlichen Agrumensaft mit einem Minihauch einer oxidativen Spur.

Das ist mit seiner oxidativ-reduktiven Art -vor allem beim Bukett- schon sehr eigen, dazu der Frontalangriff der weitgehend ungepufferten Säure, dem man schon gewachsen sein muß. Also auf keinen Fall ein Wein für denjenigen, der einfach einen typischen Riesling im Glas haben möchte, ich frage mich eh, wie dieser Ortswein durch die Qw-Prüfung rutschen konnte, schon wegen des deutlichen Trubs in der Flasche, den man sich auch ins Glas schütteln kann; vielleicht war meine eine der später abgefüllten Flaschen? Also eher was für Über-den-Rieslingrand-Gucker, für mich durchaus spannend, aber die etwas zu uncharmante Säure verhindert selbst bei mir einen Einzug in die „3er“-Riege…<br><br>Verkostet am 05.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Cidre Triple 2022, Famille Dupont, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=83844</link>    
    <pubDate>Wed, 05 Aug 2026 21:45:23 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/07/20250720_105456.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 19.07.2025:

Im Glas ein leicht trübes Bräunlichorange, sehr intensiver, mittelfeiner und äußerst nachhaltiger Blubber, riecht vor allem initial nach Kumquat, später mehr nach gelber Orangenschale, welche jeweils die gelben, extraktsüßen Mostäpfel begleitet. Am Gaumen ist dann eher Mandarinenetherik bestimmend, flankiert von einer enormen Trockensüße, die jedoch kein Stück belastend bzw. mastig wirkt, obwohl sich die Säure gar nicht mal sonderlich nach vorne drängt, weiters eine zwar kleinere Ladung extrem samtiger Gerbstoffe, viel Kalk nebst Heferest und ein paar wenige Eisensalze. Der minutenlange Nachhall wirkt etwas weniger extraktsüß, was die Lust auf den nächsten Schluck fördert.

Wenn ich mir so die Verkostungsnotiz über den Jahrgangsvorgänger so ansehe, fällt unweigerlich auf, wie weit die beiden Ausgaben voneinander entfernt sind. Während der 21er vor lauter Mineralik recht fordernd, für Ungeübte wohl eher unnahbar wirkte, war der 22er fast schon opulent zu nennen. Zum Glück führte die enorme Substanz vor allem auf der Agrumenseite aber nicht ins Anstrengende, der Trinkfluß war jedenfalls ungebremst. Große Freude bei 30+ Grädern im Schatten!

Wertung vom 19.07.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

-------

Verkostung vom 28.03.2026:

Visuell ein anfangs leicht trübes Bräunlichorange, das zu den letzten Gläsern hin aufgrund des Heferests deutlich an Transparenz verliert, sehr feiner wie ausdauernder Blubber; geruchlich lebt das Ganze vorwiegend von Bitterorange und Mandarine, aber auch andere Agrumen schwingen mit, deutliche Gerbstoffankündigung. Geschmacklich setzt sich die Agrumendominanz mit leichter Extraktsüße fort, die Mostäpfel spielen hier erstmals in der zweiten Reihe und dabei leicht ledrig mit, die Gerbstofffracht ist deutlich, aber sehr geschmeidig, dehydriert ganz sanft, adstringiert aber nicht; die Säure hält das Ganze wunderbar in Balance, sticht dabei aber nicht hervor, dann als Basis eine ordentliche Ladung Kalk, angereichert mit gelben Eisensalzen. Dann hallt’s fast ewig nach, dabei wirkt’s insgesamt am trockensten, trotz der Gerbstoffdichte staubt’s aber nicht.

Die spielerische Opulenz des Cidres bei der Erstbegegnung wiederholt sich sehr schön, er wirkt allenfalls etwas runder bzw. wurde die ein oder andere Kante leicht abgeschliffen, was sich weder negativ noch positiv auswirkt, einfach eine schöne Entwicklung!

Wertung vom 28.03.2026: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

-------

Verkostung vom 05.08.2026:

Ich kann’s mir mal wieder recht einfach machen: die letzte Notiz paßt auch zur heutigen Flasche 1:1, immer noch ein geniales Zeuch!<br><br>Verkostet am 05.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - «Westhofen» -M-[orstein] - trocken - Qw 2021, Seehof, Rheinhessen, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86213</link>    
    <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 20:19:28 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260804_182700.jpg" alt="" /><br />Das Glas emittiert leuchtendes, helleres Goldgelb, nasenmäßig gibt’s frisch-reif (sic!) wie intensiv Zitrone, Pampelmuse, Karambole und etwas Mirabelle, das Ganze fern des Primären, von Sekundärfrucht würde ich aber auch nicht sprechen wollen, leichter Anflug von weißem Pfeffer sowie minimale Großholz- und oder Hefeanmutung, wo auch immer das herkommen mag. Am Gaumen wird die hier sowohl dichtere als auch noch frischere Frucht (Doppel-sic!) von einem Hauch Salzkaramell gestützt, was die Spannung nochmals fördert, die potente Säure ist reif und jugendlich zugleich (sic^3), bodenseitig hauptsächlich kalkig wirkend, etwas tänzelnde Scholle ist aber auch dabei. Dann ein intensiver, aber nie belastender Mehrminüter, der vor allem mit Kalisalz und etwas Weißpfeffer für ungemeinen Speichelfluß sorgt.

In den Tiefen des Zwischennetzes habe ich zu dem Wein auch eine Beschreibung gefunden, die Parallelen zum „von der Fels“ vom Nachbarn Keller aufzeigt. Ich habe diesen Konkurrenten bisher nur zweimal probieren können, aber qualitative Ähnlichkeiten sehe ich da überhaupt nicht! Wobei ich fairerweise dazu schreiben muß, daß ich den „vdF“ beide male nur in sehr jung –2025 in ausführlicher und 2022 (?) bei einem Händler- probieren konnte, Allerdings hatte ich bei diesen Jungweinverkostungen nicht den Eindruck, daß sich diese Jahrgänge des „vdF“ mal in Sphären entwickeln könnten, in denen sich der „M“ -allerdings nunmehr in seinem fünften Jahr- ganz selbstverständlich bewegt; schon eine zehntel Sekunde nach dem Reinriechen war da klar: „3er“! Sowie ein phänotypischer 21er, wie ich ihn mir wünsche! Für gut 15 Euronen jedenfalls ein wunderbarer 33 °C-Sommerabendwein, sowohl zum leichten, mediterranen Essen als auch solo danach, dabei gleichermaßen einfach bzw. unkompliziert wie komplex bzw. anspruchsvoll, großes Kino im Mittelweinbereich!<br><br>Verkostet am 04.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Foundation - Cider 2023, Pellicle, Sonstige, Belgien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86207</link>    
    <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 15:15:17 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260803_192731.jpg" alt="" /><br />Ein leicht ockeriges wie trübes Goldgelb im Glas, recht feiner und sehr ausdauernder Sprudel; es riecht nach gekalkten, herben, eher heller anmutenden Äpfeln, Ankündigung einer sehr frischen Gesamtstruktur. Geschmacklich dann wie erwartet (immerhin 8 Umdrehungen!) superknarzetrocken, aber dennoch mit einiger Substanz gesegnet, hier kommt mit der quirligen Säure auch etwas Limette auf, die recht feinen Gerbstoffe sind von eher heller Struktur, darüber hinaus eine eher kalkig-kühle Anmutung. Dann ein recht langer, frisch-kühler Nachhall, der auch etwas gelbe Ostafrika-Orange bietet, insgesamt ist dies der leichteste wie frischeste Teil des Genusses.

Von Pellicle hatte ich in der letzten Zeit hauptsächlich etwas abenteuerlichere Experimente im Glas, verglichen damit ist das schon sehr „normal“, dabei aber durchaus sehr gut, vor allem die feine Gerbstoffstruktur ist recht überzeugend wie eigenständig, so ganz anders als ich es von den mehrheitlich verklappten Normannen so gewohnt bin, sehr willkommene Abwechslung! Und ist auch preislich absolut im Rahmen, nur bekommen muß man’s halt.<br><br>Verkostet am 03.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Trarbacher Hühnerberg - [süß] - Spätlese** - Pw 2018, Martin Müllen, Mosel, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86133</link>    
    <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 14:43:29 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/07/20260726_162414.jpg" alt="" /><br />Ein leuchtendes Goldgelb mit minimalem Messingtouch emittiert aus dem Glas, nasenmäßig zeigen sich teils kandierte Zitronen, Pomelo und Karambole in einerseits schön sekundärer, anderseits aber auch leicht ölig anmutender Form. Am Gaumen bestätigt sich dieser ölig-glykolige Eindruck leider deutlich, der flüssige Zucker wirkt zwar hier nicht großartig maskierend was die Frucht angeht, aber es beppt halt schon ordentlich, dagegen kann die lediglich moderate Säure nichts ausrichten, die vermeintliche Mineralik wird jedoch komplett vom Restzucker übertüncht. Auch der Ewigkeitsabgang ist leider in erster Linie süß und läßt für mich keinen Blick auf die möglicherweise das Terroir abbildenden Bestandteile zu.

Solange man das Essen mit asiatischem Touch als Begleitung hatte, flutschte das noch einigermaßen gut, solo war’s dann aber vorbei. Das spannende Spiel, das ich einst mit 10er oder 13er Süßlingen von Müllen erleben konnte, fehlt hier leider zur Gänze. Im Laufe der nächsten Woche ist noch was anderes, asiatisch Scharfes geplant, mal sehen, ob sich bis dahin noch was in meinem Sinne tut, ich befürchte aber eher nicht…

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 15 von 25

Nachtrag nach 6 Tagen mit Luft: gut die Hälfte blieb für eine Nachverkostung übrig, diese konnte dann noch zu einem Nachtisch eingesetzt werden. Tatsächlich zeigt sich die Zuckerseite nunmehr deutlich weniger maskierend bzw. klebrig, das heißt, die Besitzer weiterer dieser Flaschen sollte einfach noch 5 bis 10 Jahre mit der Flaschenöffnung warten, zumindest wenn sie zuckerseitig ebenso heikel sind wie ich. Aus der "1er"-Riege steigen wir aber dennoch nicht auf...

Wertung am siebten Tag: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25<br><br>Verkostet am 26.07.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Chardonnay] - Clematis vitalba - Claire Naudin - Hautes-Côtes de Nuits AC 2016, Domaine Naudin-Ferrand, Burgund, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=81374</link>    
    <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 13:36:18 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/07/20240711_171316.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 11.07.2024:

Im Glas ein intensives wie dunkles Goldgelb, es riecht dezent wie prägend nach warmem, grünen (sic!) Holz, z.B. vom Essigbaum, dahinter gut angereifte, fast schwarze Kochbanane ohne Breitenwirkung, etwas Pfifferling. Geschmacklich wirkt die Holzseite dann weniger grün, eher so als ob der Wurm drin wär, hier ebenfalls der Pfifferling und ein leichter Tabakeinschlag, fruchtseitig dann sehr mürbe Agrumen von Ugli bis Zitrone, auch sehr sekundäre, anfermentierte Mirabelle sowie Kaki; die Säure ist leicht verjusig und trotz distinguiertem Auftreten sehr effektiv, etwas Lemon Pepper hilft mit, bodenseitig bin ich fast etwas lost, es gibt aber wärmende wie kühlende Komponenten. Das mit warm und kühl passiert dann auch beim sehr ausufernden Abgang, Pfifferlinge mit Kräutersalz geben hier den Ton an, die Frucht spielt noch etwas im Oberschwingungsbereich mit.

Dieser ungeschwefelte Chardonnay weist keine wirklich „naturigen“ Attribute auf, auch im achten Jahr ist erfreulicherweise kein Kleberanflug erkennbar (damit muß man bei den Sachen ja leider doch immer mal wieder rechnen, bei manchen Gütern mehr, bei manchen weniger bis gar nicht…); er ist einfach ein expressiver wie eigenständiger Chardonnay klar burgundischer, dabei durchaus innovativer Machart, bei dem nichts zu viel und nichts zu wenig ist, großer Spaß!

Wertung vom 11.07.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

-------

Verkostung vom 02.08.2026:

Im Glas ein leicht mattes Altgold, fürs Näschen gibt’s erstmal Trockensthonig à la Thymian, dahinter reife, sekundäre, leicht oxidierte Pfirsiche und Aprikosen, dazu noch etwas frittierte Kochbanane, subtile Großholzanmutung. Am Gaumen kommt noch etwas zuckerfreies Lemon Curd hinzu, weiters ein feines Koriandersaatbitterchen; die Säure ist reif wie lebendig, mutet bodenseitig recht erdig ohne Schwere an. Beim mehrminütigen Nachhall setzt sich dann eine Art Aprikosenkonzentrat unaufdringlich in Szene.

Blind hätte ich vermutlich auf einen oxidativ ausgebauten Chardo aus dem Jura getippt, alleine das leichte und noch recht angenehme Bitterchen hätte einen Hinweis drauf geben können, daß der Wein nicht so gedacht war bzw. tatsächlich vor 2 Jahren noch ganz anders geschmeckt hat, siehe oben! Könnte also mal wieder ein Fall stark unterschiedlicher Sauerstoffdurchlässigkeit der beiden Korken gewesen sein. Oder auch nicht? Nur eine derartige Oxidation innerhalb von zwei Jahren? Immerhin habe ich aber die zweite Flasche grade noch in einem recht schönen Zustand erwischt, generell ist meines Erachtens aber vorsichtshalber zeitnahes Austrinken angesagt!<br><br>Verkostet am 02.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Cydon - Pétillant naturel 2023, Famille Dupont, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=84142</link>    
    <pubDate>Mon, 03 Aug 2026 19:22:00 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/09/20250822_110630.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 07.09.2025:

Ein leicht trübes Neongelb zeigt im Glas, mittelfeiner, mitteldichter Blubber mit Ausdauer; geruchlich macht sich die Quitte gleich deutlich in recht frischer Weise bemerkbar, daneben lassen sich aber einige renettenartige Äpfel auch nicht die Butter vom Brot nehmen; sehr feine, helle Hefeankündigung, quasi in Form einer Dampfnudel. Geschmacklich bestätigt sich das sehr schön, ein kleine wie feine Süßespur sorgt für Eleganz und wirkt dabei nicht maskierend; mit der Säure kommt auch eine Spur Zitronat mit, als Unterlage gibt’s vor allem Kalk. Dann ein ordentlich langer Abgang, der neben der hier leicht ankandierten -aber dennoch trocken wirkenden- Quitte das Zitronat thematisiert.

Das ist eine wirklich äußerst gelungene Vermählung von Apfel und Quitte, auch die ganz leichte Süße am Gaumen stört weder die Balance noch die Klarheit der Aromatik. Vor allem wirkt die Quitte nicht als Zusatzstoff, wie das zuletzt beim mit Mandarine aromatisierten Poiré der Fall war, sondern sie gehört ganz einfach wie selbstverständlich zur Grundausstattung dieses sehr uniquen Getränks. Große Freude!

Wertung vom 07.09.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

-------

Verkostung vom 02.08.2026:

Das leicht Neongelbe der Erstbegegnung bestätigt sich, ebenso die ausdauernde Blubberstruktur, wieder übernimmt die recht frische, unoxidierte Quitte aromatisch die Pole, obwohl sie in der Mischung eigentlich nur Zweiter ist, die Apfelseite ist geschmacklich nunmehr nur am Rande vertreten, dafür mischen etwas gelbe Orange bzw. Ugli mit. Am Gaumen dann sehr klar, aber nicht saftig wirkend, eine feine Gerbstofffracht sowie etwas Kalk steuern dagegen, die Säure ist ebenso klar, aber nicht spitz. Beim recht langen Abgang dann noch etwas zuckerbefreites Zitronat.

Im Großen und Ganzen noch das gleiche, sehr erfreuliche Blubberfruchtmischgetränk wie letztes Jahr, aber doch mit ein paar feinen, schönen Unterschieden. Punktemäßig greife ich diesmal nicht ganz so tief in die Tasche, aber das kann tagesformbedingt sein…<br><br>Verkostet am 02.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Cuvée] - Clarete - La Palma DO 2018, Victoria E. Torres Pecis, Islas Canarias, Spanien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=78851</link>    
    <pubDate>Sun, 02 Aug 2026 21:33:48 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/08/20230805_221254.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 05.08.2023:

Farblich haben wir hier ein leicht schmutzig wirkendes Rubinrot mit relativ hoher Transparenz, für das Riechgerät gibt's eine reduktive Mischung aus Vulkanisiergel, Gummi und etwas Schwefel vor der beerig-pflaumigen Sekundärfrucht. Geschmacklich taucht dann noch einiges an Salz auf, mit der Säure kommen auch mit Rote Beete eingefärbte Zitrone und Pampelmuse mit, knarztrockene Anmutung, eher wenig Tannine, dennoch leichte Adstringenz. Abgangsseitig dominiert dann auch das Dreieck Salz, Säure, Organik, die Frucht spielt hier gar keine Rolle mehr.

Anfangs war dieser Rot-Weißling noch etwas kleberlastig, das hat sich jedoch zugunsten der vulkanischen Mineralik plus Salz und Säure sehr schön eingependelt, polarisierend bleibt das Ganze aber allemal, so mancher würde diesem Wein wohl auch grobe Fehlerhaftigkeit attestieren, in Spanien reichte es aber immerhin zum DO-Status. Zum heutigen Essen paßte das zwar gar nicht, da viel weniger roséartig als erwartet, machte dafür aber solo umso mehr Freude!

Wertung vom 05.08.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 02.08.2026:

Im Glas ein leicht schmutzig wirkendes Kirschrot mit höherer Transparenz, geruchlich erstmal Salz und Basalt, deutlich dahinter sehr mürbe Sauerkirsche, auch was Rotbeeriges, weiters etherische Kräuter, angeführt von Eukalyptus und Melisse. Geschmacklich ebenfalls diese wunderbar etherisch unterlegte Rotfrucht mit Salz- und Vulkanbegleitung, dazu eine strahlende wie agile und doch auch reife Säure, neben Salz und Basalt auch roterdige Assoziationen, keine Ahnung, wo die herrühren. Dann ein mehrminütiger Abgang, der die rote Frucht in ungemein etherischer Art zuspitzt, im Finale dann auch gelbpilzige Noten.

Wenn man mal da gewesen ist, wo der Wein herkommt, dann erschließt sich einem die Aromatik des Clarete glockenklar: am Fuß des Vulkans im äußersten Süden der Insel die Saline und im Verlauf nach oben der seit dem letzten Ausbruch von 1971 immer noch weitgehend schwarze Berg, im Wesentlichen nur durch die vereinzelten Reben farblich unterbrochen. Das Ergebnis ist ein einerseits karger und doch auf seine Art äußerst intensiver Wein, hier wird der Begriff Terroir tatsächlich auf die Spitze getrieben. Bei aller Intensität des Ausdrucks ist dies aber dennoch kein Blockbuster, sondern eine Art Aneinanderreihung filigraner, klarer Bestandteile zu einem letztlich doch irgendwie monumentalen Ganzen, überspitzt ein tänzelnder Sumo-Ringer, ein Wein, der mich echt nachhaltig berührt! Vor allem auch deshalb, weil ich diese drastische Entwicklung nach vorne so gar nicht erwartet hatte, der Weg führte zum Glück weit weg von der Kleberfabrik!<br><br>Verkostet am 02.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Cuvée N° 104 - brut nature - Deutscher Sekt b.A. 2021, Christmann & Kauffmann, Pfalz, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86197</link>    
    <pubDate>Sun, 02 Aug 2026 21:03:49 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/08/20260726_161655.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leicht messinggeschwängertes Goldgelb, sehr feiner wie ausdauernder Blubber; nasal vor allem fein fermentierte Zitrone und leicht gewachste Mirabellen, dazu ein kleines Nußhörnchen. Geschmacklich erstmal knarzetrocken, aber nicht karg, die Fermentzitrone klar in der Pole, das Steinobst eher im Oberschwingungsbereich; stramme, aber (mich) nicht fordernde Säure, lehmig-kalkige Basis, trotzdem kühl und erfrischend. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der wieder die Fermentzitrone recht prägnant und in allen Facetten thematisiert, insbesondere das Finale wirkt extrem kühl und klar, wieder ohne Kargheit.

Das ist schon maximal ungeschminkt, nicht unbedingt hyperkomplex, aber das was da ist, wird einfach wunderschön aufgefächert, so daß nicht das Gefühl aufkommt, daß was fehlen würde. Kann natürlich sein, daß sich mit der Zeit komplexitätsmäßig noch was tut, die Flasche wurde ja auch erst vor einigen Monaten dégorgiert; aber zur Unzeit geöffnet war’s für mich nicht. Erinnert mich an die Rieslingsekte von Frank John und steht mit diesen auf einem Level, also ein weiteres Pfälzer Sekt-Highlight?<br><br>Verkostet am 01.08.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Randersacker [Marsberg] - trocken - Ortswein 2020, Schmitt's Kinder, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=83040</link>    
    <pubDate>Fri, 31 Jul 2026 20:31:41 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/02/20250219_105430.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 24.03.2025:

Das Glas emittiert ein leuchtendes Zitronengelb, geruchlich zeigt sich eine fein bekräuterte, frische, klare, auch leicht sekundäre Frucht mit Zitronenzesten, etwas Limette und nicht ganz reifen Mirabellen. Am Gaumen geht’s knackig frisch weiter, auch hier sorgen einige Fruchtsprengsel gelberer Art für eine gewisse Ernsthaftigkeit, ein Hauch weißer Pfeffer ist auch im Spiel; die Säure ist äußerst knackig beinand, wirkt aber trotzdem auch etwas elegant, bodenseitig würde ich blind wohl auf Keuper tippen, kommt allerdings vom Muschelkalk. Dann ein Minutenabgang, der prominent die Limette mit leichter Extraktsüßebegleitung bei ansonsten völliger Trockenheit präsentiert, im Finale dann etwas mehr Limettenetherik.

In erster Linie ist das eine sehr frische, hochanimierende Scheurebe, die aber beim genaueren Hinschmecken schon einige Feinheiten offenbart, die nicht jedes Haus bei dieser schönen Sorte zu bieten hat. Es ist diese feine Balance zwischen Frische mit Kante und einem Gutteil Eleganz, die diesen eigentlich eher für die „anspruchslose Terrasse“ gedachten Wein auch nerdfähig macht. Mit knapp 13 Euronen in der Riege der Scheus zwar schon etwas teurer, preisliches Gemecker wäre aber angesichts der wunderbaren Struktur völlig unangebracht.

Wertung vom 24.03.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 31.07.2026:

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, nasenmäßig zeigt sich ein fein estragongekräuterter Mix aus Pomelo, Jostabeere und Mirabelle, oberschwingungsmäßig noch etwas Pastinake. Geschmacklich sind wir fruchtseitig eher bei Jostabeere, Ugli, Zitrone und Karambole, kräuterseitig kommt noch Kerbel hinzu, das Ganze mit etwas Salz und weißem Pfeffer abgeschmeckt; die Säure ist kantig-stramm-frisch, aber nicht spitz, bodenseitig wirkt’s sehr kühl kalkig. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der dann auch etwas kantige Trockensüße nebst der hier prominenten Kräuterigkeit präsentiert, diese wärmelt dann auch leicht wie angenehm im Finale, wobei das nicht vom Alk (12 Umdrehungen) herrührt.

Schon beim ersten Reinriechen war klar: „3er“! Das ist einfach eine Scheurebe, wie sie dem gleichlautenden Bilderbuch nicht typischer in Paarung mit Perfektion des Kontexts entspringen könnte! Wobei’s schon noch bessere, im positiven Sinne „gemachte“ Scheureben gibt, aber erwartungshaltungsbefriedigungsmäßig ist das hier schon top! Fülle, Leichtigkeit, Komplexität, Spannung und vor allem eine große Selbstverständlichkeit spiegelt der Wein bei jedem Schluck in perfekter Balance wieder, große Freude an einem schönen Sommerabend mit auffrischender Feuchtigkeit!<br><br>Verkostet am 31.07.2026 von EThC]]></description>
  </item>
</channel>
</rss> 
