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  <title>Verkostungsnotizen.net</title>
  <link>http://www.verkostungsnotizen.net</link>
  <description>Wein-Verkostungsnotizen von EThC</description>
  <language>de-de</language>
  <pubDate>Tue, 29 Sep 2026 18:27:19 +0200</pubDate>
  <lastBuildDate>Tue, 29 Sep 2026 18:27:19 +0200</lastBuildDate>
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  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - Rödelsee - trocken - VDP.Ortswein 2021, Weltner, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86439</link>    
    <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 19:31:27 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260923_153759.jpg" alt="" /><br />Visuell ein sehr helles Goldgelb, nasal ein kräuteriger (Estragon, etwas Eukalyptus, Zitronengras) Fruchtmix mit Mirabelle, Goldkiwi und Jostabeere, im Hintergrund auch was Wurzeliges, mit Luft noch etwas aufkommende Limettenetherik. Geschmacklich kommt das Ganze auch wegen der entsprechenden Säure hochfrisch und superklar sowie absolut speckfrei daher, ist aber keineswegs karg bzw. schmächtig, sondern schon recht aromenstark, wenn auch hier mehr im Etherik- bzw. Kräuterbereich; das schmeckt schon extrem nach Keuper, ist dabei aber nicht fordernd bzw. „overdone“, auch was die an sich selbstbewußte Säure angeht. Dann ein mehrminütiger Nachhall, der wiederum den Keuper bilderbuchmäßig präsentiert.

Schon wieder ein 21er, der das kühle Jahr genau nach meinem Gusto abbildet, schon wieder einer, der eindrucksvoll zeigt, daß das Jahr nicht nur Zug, sondern auch Druck ausüben kann, hier in einer Balance, die diese Scheu ungemein trinkig macht, dabei aber alles andere als banal wirkt. Sehr große Freude bzw. auch Erstaunen am Tisch, daß eine Scheu derart ernsthaft belebend sein kann, großer Spaß für gerade mal 10 Euronen!<br><br>Verkostet am 26.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Cuvée] - Rosé - [3. Charge] - Zero Dosage - brut nature - Österreichischer Sekt 2012, Die Winzerei - Harald Pairits, Leithaberg, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=78655</link>    
    <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 19:05:06 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/07/20230708_123506.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 07.07.2023:

Fürs Äuglein gibt's helleres Apricot, mittelfeiner Blubber mit Ausdauer, entsprechend der Farbe auch der nasale Eindruck mit Aprikosen, Mandarine und leicht Preiselbeere auf recht filigrane Art. Am Gaumen dann nochmals orangerer im Eindruck, wobei die Frucht weiterhin auf der feinen, aber keineswegs dünnen Seite bleibt, der Extrakt sorgt für einen distinguiertes Süßeeindruck, das "Zéro" führt hier nicht zur Kargheit; dazu eine deutliche, aber nicht vorlaute Säure, darunter eine feine Kalk-Hefe-Spur. Beim ziemlich langen Abgang dann der deutlichste Süßeeindruck, jedoch auf die recht herbe Art, freien Zucker gibt's naturgemäß nicht, vor allem nicht in der geschmacklichen Wahrnehmung, im Finale dann eine Art fruchtfreies oranges Aroma, am ehesten paßt hier noch Cantaloupe-Melone fern jeder Melonendropsigkeit.

Der Unterschied zur 2. Charge ist schon eklatant, nicht nur das Fehlen der "Zuckerschminke" macht sich -zumindest für uns- äußerst positiv bemerkbar, die Konzentration auf nunmehr eher orange Aromen macht den Sekt ziemlich outstanding. Die 10 Jahre Hefelager merkt man für sich gesehen kaum, der aromatische Unterschied der zusätzlichen 6 Jahre auf der Hefe relativ zur 2. Charge macht sich aber erheblich mehr bemerkbar, als ich das vermutet hätte. Jedenfalls hat man kein flaumig-barockes Hefemonster im Glas, sondern ein immer noch ziemlich frisch und sogar etwas jugendlich-rabaukig wirkendes Schaumgetränk, das aber trotz "Zéro" alles andere als asketisch daherkommt. Hr. Pairits hat mir auch geschrieben, daß der 12er Sekt mit seinen verschiedenen Stadien ein einmaliges Experiment sei, wohl auch deshalb, weil er sich eher schleppend verkauft. Das fände ich persönlich schade, aber was kann man dagegen tun? Kaufen, kaufen, kaufen!

Wertung vom 07.07.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 20.01.2024:

Optisch sind wir bei lachsfarben bis apricot, mittelfeine Perlage mit hoher Ausdauer. Geruchlich dann Mandarine, Physalis und etwas rote Preiselbeere mit leicht hefiger Unterlage. Schmeckt etwas oranger als es das Bukett angekündigt hat, leichte Extraktsüße, feine, aber auch potente Säure, noble Kalkbasis mit kleiner Hefespur. Dann ein langer, feiner Nachhall mit wieder deutlicher Konzentration auf der orangen Fruchtseite, hier auch Cantaloupe-Melone der unplakativen Art.

Es ist noch nicht soo lange her, daß ich diesen Schäumer im Glas hatte, insgesamt eine schöne Bestätigung meiner letzten Notiz.

Wertung vom 20.01.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 17.02.2025:

Im Glas ein helleres Apricot, mittelfeines Geschäume mit Ausdauer, nasal zeigen sich -nicht alles auf einmal- vor allem Mandarine, Granatapfel, Quitte und Papaya auf feine, aber keinesfalls schwindsüchtige Art, ebenso fein die Hefespur. Am Gaumen dann insgesamt weniger Exotik, der Extrakt sorgt für eine gewisse Süße und macht doch klar, daß es hier an sich zuckerfrei zugeht, weiters eine recht belebende und doch elegante Säure, als Basis eine feine wie prägnante Kalk-Hefe-Spur. Dann hallt’s ziemlich lang nach, die Frucht zeigt sich hier etwas sekundärer, fast leicht gegerbt, mit dem Finale dann eine Nano-Adstringenz.

Seit den letzten Verkostungen haben sich zwar ein paar kleine Veränderungen ergeben, ich traue mir aber zu, mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit diesen Sekt auch blind immer noch wiederzuerkennen, denn die Frucht ist nicht nur vom Mix her, sondern auch von der Struktur ziemlich unique, zumindest gemessen an dem, was ich schon im Glas hatte. Nach wie vor ein Schäumer, der auch im 13. Jahr -der Grundweine- keinerlei Schwächen zeigt, auch sind keine nennenswerten Blubber-Reifenoten verspürbar, die ich persönlich meistens nicht soo sehr mag. Grandioses Zeuch zum überschaubaren Preis, auch heute noch vorbehaltlos wie mehrfach nachkaufbar!

Wertung vom 17.02.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 28.02.2026:

Ich habe mir nur stichpunktartig Notizen gemacht, aber nachdem ich mir die letzte, gut ein Jahr alte VKN nochmals durchgelesen habe, muß ich feststellen, daß ich nichts, aber auch gar nichts ändern muß, siehe also oben! Deshalb muß man sich nicht scheuen, beim Weingut noch eine größere Zahl an Flaschen zu bestellen, vor drei Wochen gab’s jedenfalls noch was…

Wertung vom 28.02.2026: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 01.05.2026:

Erwartungsgemäß kein signifikant anderer Eindruck als vor zwei bzw. vierzehn Monaten, hätte mich auch gewundert. Für die nächste Flasche nehme ich mir vor, etwas mehr Zeit ins Land gehen zu lassen, Eile scheint jedenfalls nicht geboten…

Wertung vom 01.05.2026: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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Verkostung vom 26.09.2026:

Tatsächlich kann man die VKN vom Februar 2025 immer noch ohne Wenn und Aber gelten lassen, signifikante Abweichungen konnte ich nicht feststellen. Auch im 14. Jahr macht dieser Schaum keinerlei Anstalten auch nur eine Spur von was Ältlichem preiszugeben, große Freude für alle Beteiligten!<br><br>Verkostet am 01.05.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Kisi - Fermented in Qvevri - Reserve - dry - White Wine 2019, Shalva Gvaramadze Winery, Kachetien, Georgien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86438</link>    
    <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 18:37:58 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260923_154132.jpg" alt="" /><br />Farblich ein dunkleres und dennoch leuchtendes Messing, nasal zeigt sich leicht oxidative Frucht mit Pfirsich und Mispel, alles recht sekundär, feine Spur brauner Rebelkräuter. Am Gaumen kommt die Frucht aufgrund der Kräuterei ziemlich herb rüber, Koriandersaat ist hier vor allem im Spiel; die Säure ist selbstbewußt, aber nicht vorlaut und bringt ein bißchen Yuzu mit ins Rennen, mineralischerseits assoziiere ich Talcum und Ton. Dann ein kaum abflauender Mehrminüter, der steinseits mit zusätzlich Eisen und Glimmer auch ein bißchen kantig ist, im Finale dann noch eine getrocknete, animierende Bitterorange.

Weine mit Oxi-Frucht wirken meiner Erfahrung nach auch gerne ein bißchen harsch-ältlich, auch wenn sie vom Alter her diesbezüglich eigentlich unverdächtig scheinen. Das ist hier nicht so, denn der Wein verfügt über genügend Frischereserven, damit das nicht mal im Ansatz in Richtung Altweinerlebnis abgleiten kann. Ich habe nur überhaupt kein Gefühl dafür, ob das nun länger auf diesem Level bleibt oder ggf. schon etwas im Sinkflug ist, aktuell trinkt sich das aber sehr schön zur Blumenkohl-Tajine mit Kurkuma als bestimmendem Gewürz.<br><br>Verkostet am 28.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Pinot noir] – Bistrøtage – B.20 – extra brut – Champagne [AOP] 2020, Françoise Martinot, Champagne, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86433</link>    
    <pubDate>Fri, 25 Sep 2026 20:09:59 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260924_201905.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein helles Apricot, könnte man farblich auch fast als Rosé einstufen, mittelfeiner Blubber mit guter Ausdauer; nasal dann Preiselbeere, roter Bergapfel und prägend Hagebutte, sehr feiner Hefeschleier. mit Luft dann fast auch etwas Zwetschgenknödel. Geschmacklich kommt mit der feinen und doch potenten Säure auch etwas Mandarine mit, sehr noble Süße-Säure-Balance, prägnante wie feine Kalkspur, die hefige Seite auch hier sehr dezent. Dann ein schöner Mehrminüter, der sich fruchtseits noch etwas mehr zu den orangen Agrumen hin orientiert, ohne dabei Zitrusfrische im Wortsinn aufkommen zu lassen.

Die unique wirkende Hagebutte hebt diesen Schampus aus der Riege der Blanc de Noirs etwas heraus, strukturell trotz ganz leichter Süßeanmutung klar auf der Überholspur, da nichts spürbar maskiert wird. In echt zwar ein Brut-Naturinger, die Geschmacksangabe auf dem Etikett ist aber schlüssig, da hier keinerlei Kargheit oder Kantigkeit im Spiel ist. Sehr schöner Geburtstagsschampus abseits der üblichen Champagner-Aromatiken!<br><br>Verkostet am 24.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Chardonnay - Michelbacher Steinberg - trocken - VDP.Erste Lage 2022, Höfler, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86430</link>    
    <pubDate>Thu, 24 Sep 2026 17:36:05 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260923_154535.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein ziemlich helles Strohgelb, fürs Näschen gibt’s recht extraktreiche, helle Frucht von Kaktusfeige über sehr trockene bzw. harte Williamsbirne bis Zuckerrohr. Geschmacklich geht das mit dieser sehr hellen und auch recht süß wirkenden Hellfrucht so weiter (wobei das bei angeblichen 1 g/l Restzucker überwiegend Extraktsüße ist), ein Minihauch Kräuterigkeit schwingt mit; die Säure scheint gar nicht mal gering bemessen zu sein, kommt aber nur knapp mit der gefühlten wie echten Süße zurande, steinseitig wirkt’s fast neutral, vielleicht leicht lehmig, aber mit deutlicher Salzfracht (man möge mir verzeihen, daß ich das Koch- oder auch das Kalisalz mineralienmäßig separat einordne…). Dann ein minutenlanger, süß-salziger Nachhall, der den initial beschriebenen Hellfruchtmix 1:1 nochmal repetiert, im Finale ebbt das dann nur sehr langsam ab.

Ich muß dem Wein zugute halten, daß die hellgelbe, extraktreiche und auch recht süß wirkende Frucht zu keinem Zeitpunkt wirklich anstrengend, plakativ, künstlich wirkt, wir bleiben auch immer gut vor der Klebe- bzw. Mastigkeitsgrenze. Allerdings ist die Frucht schon sehr dominant und nicht unbedingt aus meinen Lieblingssorten zusammengestellt. Und die Fruchtsüße -wenn auch nicht jenseits der Beppgrenze- bewegt sich auch leicht hinter meinem Wohlfühlhorizont. Mineralik, Kräuterei etc. als resultierende Kanten gibt’s leider nicht in signifikantem Ausmaß, allein das Salz sorgt für eine gewisse Spannung. Insgesamt kein schlechter Wein, aber einfach nicht meine Baustelle, damit könnte meine Beschreibung eigentlich enden. Er war aber im Siegerpaket des „Berliner Chardonnay-Awards“ enthalten, da stellt sich mir dann schon die Frage hinsichtlich des Niveaus des Wettbewerbs, denn „siegerkomplex“ stelle ich mir anders vor. Aber vielleicht reißen’s die anderen Weine ja raus…

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal nun auch ein Hauch grüner Kochbananenschale, auch die Kräuter machen sich ganz dezent bemerkbar, jedoch nur solange der Wein ziemlich kalt und die Frucht somit noch etwas erstarrt ist, spätestens bei ca. 9 Grädern werden diese Aromen wieder überrollt. die Kräuter können sich jedoch eine Spur besser behaupten als gestern. Der Abgang bringt keine neuen Erkenntnisse und so bleibt’s denn auch bei der gestrigen Wertung…<br><br>Verkostet am 23.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Silvaner - No 2 - [trocken] - Landwein Main 2016, Ethos, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=81609</link>    
    <pubDate>Tue, 22 Sep 2026 18:31:56 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/08/20240813_171816.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 13.08.2024:

Optisch ein leuchtendes Orange, trotz Unfiltrierung völlig klar, fürs Riechgerät gibt’s einen samtig-sekundären Mix aus allerlei orangen Zesten, gepudert mit etwas Maismehl und Talcum. Am Gaumen dann auch diese einerseits stark zurückgenommene, aber dennoch sehr präsente Agrumik, ergänzt um etwas Sekundärphysalis, vielleicht eine kleine Sherry-vor-vor-vor-Stufe; die Säure ist eher moderat aufgestellt, ein Gefühl der Breite und / oder Behäbigkeit kommt jedoch nicht auf, auch die recht flaumige Mineralik (Magnesiumoxid?) beeinträchtigt die Niederviskosität nicht, die Gerbstoffe sorgen am Ende für eine Mini-Adstringenz. Auch abgangsseitig herrschen objektiv eigentlich die Breiteförderer vor, dennoch subjektiv äußerst trinkig, weil speichelfördernd.

Der Wein wird nicht offiziell als Orange deklariert, Vinifizierung, Farbe und Aromatik verleiten mich jedoch zur Einordnung unter dieser Farbe. Das wirkt jetzt auch nicht so, als ob die Winzer sich gedacht hätten „wir machen jetzt einfach mal Maischegärung und schauen, was rauskommt“, da gab’s ja auch schon von renommierteren (Einzel-) Winzern eher belanglose Versuche in diese Richtung. Hier paßt einfach alles wunderbar zusammen, mehr noch, ein eigentlich etwas gedeckterer wie souveräner Essensbegleiter fordert solo unverhohlen zum Wegtrinken auf, großer Spaß!

Wertung vom 13.08.2024: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 22.09.2026:

Farblich sind wir mittlerweile bei einem mittleren Bernstein angelangt, geruchlich ein Mix aus etwas oxidierten, orangen Zitruszesten nebst ebensolchen Physalis und Aprikosen, leicht in einer Steinmehl-Talcum-Panade gewälzt. Geschmacklich wirkt die reife, ansatzweise fermentierte Oxi-Frucht zwar ein bißchen ölig, die Säure verhindert aber jede Mastigkeit souverän, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu stellen; neben den Nasen-Mineralien zeigt sich auch noch ein Hauch Glimmer, der eine höchst angenehme, samtige, leicht adstringierende Bitterspur verursacht, die kaum abschwillt.

Auch wenn ich den „Ethos“ hinsichtlich der Lagerfähigkeit nun in die Kategorie „jetzt trinken“ einordne, heißt das nicht, daß der Wein heute knapp vor drüber ist, vermutlich hält sich das sogar noch einige Jahre auf diesem Niveau, aber besser wird’s andererseits wohl nicht mehr. Trotz der leicht oxidierten Frucht ist das voll auf der Höhe bzw. zeigt keinerlei Altersgebrechen und machte zu hellem Fleisch mit mediterranem Gemüse eine genauso gute Figur wie solo danach, nach wie vor sehr schön! Weil’s so goil ist, bleibe ich wertungsmäßig beim „3er“, aber in der Theorie mehrfach nachgekaufte Flaschen sollten in gleicher Theorie meines Erachtens zeitnah getrunken werden.<br><br>Verkostet am 22.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Wiesenbronn - trocken - Qw 2021, Roth, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86426</link>    
    <pubDate>Mon, 21 Sep 2026 20:37:00 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260921_131358.jpg" alt="" /><br />Visuell ein helleres Goldgelb, fürs Näschen gibt’s ohne Anlauf einen frischen wie intensiven Mix aus halb primärer, halb sekundärer Frucht mit Mirabelle, Nektarine, Yuzu und Pampelmuse, dahinter eine feine Kräuterspur mit Rosmarin, Estragon und einem Hauch Salbei. Geschmacklich wirkt die Frucht jugendlich ohne Jugendsünden, d.h. die Primäraromatik birgt keinerlei Plakativität, ein bißchen kantige Extraktsüße zeigt sich; die Säure ist klar, potent und frisch, wieder die schon nasal eingeführte Kräuterspur, bodenseitig Keuper in Reinkultur. Dann hat man ziemlich lange was von der Nachhallerei, der Extrakt schiebt sich gut nach vorne, belastet aber den Trinkfluß bzw. das Verlangen nach dem nächsten Schluck nicht.

Ein paar Jahrgänge früher wäre das noch ein „VDP.Ortswein“ gewesen, ohne VDP schmeckt das aber sicher auch nicht schlechter und ging noch dazu um gerade mal 9 Euronen her, für den aktuellen Jahrgang sind’s deren zehn. Und für den Preis bekommt man hier unglaublich viel Riesling, welcher das 21er Jahr hinsichtlich Säurestruktur (aka Frische) wunderbar abbildet und dabei auch ordentlich Substanz zu bieten hat, die dennoch nicht ins Mastige führt. Und: an sich bin ich ja nicht so der Freund von Rieslingen, die auf der Fruchtseite relativ viel Steinobst mitbringen, aber bei den Keuperweinen macht mir das regelmäßig deutlich weniger aus und hier ist es aus meiner Sicht sogar ein sehr willkommener Bestandteil, der den Riesling gleichzeitig spannend und rund macht. Sehr schöner großer kleiner Wein!<br><br>Verkostet am 21.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - 2B - trocken - Qw 2016, Veyder-Malberg, Wachau, Österreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=82423</link>    
    <pubDate>Sun, 20 Sep 2026 19:55:09 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/12/20241219_171359.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 14.12.2024:

Visuell ein etwas dunkleres Goldgelb, geruchlich geht vom Fleck weg mit einem prall gefüllten Zitruskorb die Post ab, Minneloa und Kumquat spielen hier die erste, druckvolle wie samtige Geige, dahinter spielen aber auch andere Agrumen in grün und gelb mit, oberschwingungsmäßig auch Physalis und Kaki; weiters eine sehr feine Kräuterspur, am ehesten Thymian, ein bißchen Pastinake noch. Geschmacklich ist der Thymian etwas präsenter, Pomelo und Limette setzen sich deutlich mehr in Szene, die Säure ist stramm und dennoch fein, das Gebirgsbachbett führt nach Hochwasser etwas Sediment mit. Der mehrminütige Abgang ist dann relativ flaumig, verliert dabei aber nicht an Spannung, im Finale dann recht viel Albedo diverser Agrumen.

Ich kenne den Riesling aus dem Buschenberg als den fülligeren und den aus der Bruck als den klareren, frischeren Vertreter der V-M-Rieslinge; diese Lagen-Cuvée liegt da tatsächlich gut zwischen den beiden Lagenstilistiken. Manchmal finde ich solche Verschmelzungen ja besser als die Einzelteile für sich, hier ist es eher andersrum. Beide für sich sehr schönen und auch gegensätzlichen Ausrichtungen gehen in der Mischung ein Stück weit verloren. Das ist zwar für sich gesehen ein immer noch sehr gelungener Riesling, die Klasse der jeweiligen Lagenweine -den 17er Bruck hab ich immerhin mit meiner persönlichen Höchstnote bedacht- wird aber bei Weitem nicht erreicht, schon auch deshalb, weil am Gaumen die nasal angekündigte Expressivität nicht so ganz eingelöst wird. Dennoch ist dies ein recht animierender Wein, aus der Frost-Notlage wurde hier letztlich doch noch ein bemerkenswerter Wachauer gezaubert, der halt nur das Problem hat, daß ich die Möglichkeit des Vergleichs mit der Spitze habe…

Wertung vom 14.12.2024: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 20.09.2026:

Optisch ein etwas fortgeschrittenes Goldgelb, fürs Näschen gibt’s recht kühl und frisch anmutende Agrumen oranger bis grüner Art mit leicht etherischen Ausdünstungen, die fast ins Schieferige gleiten, im Oberschwingungsbereich dann auch erste Rieslingreifenoten der guten Art. Am Gaumen dann eine recht schöne Differenzierbarkeit der Agrumen von Minneloa über Kumquat und Bitterorange hin zu Limette und Pomelo, das Ganze flankiert von etwas Exotik in Form nicht ganz reifer Physalis und einer Spur Bilimbi, neben einer etwas kernigeren Kräuterspur mit Thymian und Eukalyptus auch noch was Wurzeliges; die Säure ist stramm und leicht kantig, wird aber durch eine Spur Pfifferlingskonzentrat „geschmiert“, bodenseitig wieder mal das kühle Gebirgsbachbett. Beim mehrminütigen Nachhall trumpft die Bitterorange auf, wobei die Bitterchen im animierenden Bereich bleiben.

Das macht nun insgesamt einen erheblich veydermalbergigeren Eindruck als vor zwei Jahren, wobei ich hier ausnahmsweise mal konstatieren muß, daß ein deutlicher Anteil des Plus den aufkommenden Reifenoten geschuldet ist, Dadurch steigt die Spannung zwischen der kühlen Seite und den etwas wärmeren Anteilen so weit an, daß ich mich gezwungen sehe, heute zum zweiten mal eine Beförderung zum „3er“ auszusprechen. Erneut bin ich aber hinsichtlich einer Einschätzung, wie lange dieses Qualitätslevel gehalten werden könnte, recht unsicher…<br><br>Verkostet am 20.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Cuvée caractère - brut - Cidre de Normandie 2024, Manoir de Durcet, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=84085</link>    
    <pubDate>Sun, 20 Sep 2026 18:49:31 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/08/20250804_120115.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 27.08.2025:

Ein trübes Orangegelb im Glas, mäßiger, mittelfeiner Blubber mit Ausdauer; nasenmäßig gibt’s viele reifere Renetten mit leichter Mandarinenbegleitung, einige samtige Gerbstoffe kündigen sich an. Geschmacklich ist das Ganze einerseits leicht herb durch die Samtgerbstoffe, ein bißchen runder Restzucker macht das Ganze jedoch recht geschmeidig-elegant, ein deutliches Bett aus Kalk und Talcum bildet die feine Basis. Der sehr lange Nachhall führt dann sogar zu einer leichten, wohligen Adstringenz.

Das ist an sich kein Cidre, der sich durch unendliche Komplexität und / oder Eigenständigkeit auszeichnet, er ist aber im besten Sinne „saulecker“ und dabei alles andere als banal, auch die an sich schon recht deutliche Restsüße wirkt nicht maskierend. Sehr schön als Nachtcidre am Lac de Bourget vor dem angekündigten Regen, der letztlich ausblieb…

Wertung vom 27.08.2025: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 20.09.2026:

Wieder mal begnüge ich mich mit der Darstellung der Unterschiede zur letzten Begegnung, auffällig vor allem, daß das Geblubbere vergleichsweise intensiv, fein und äußerst nachhaltig ist, vielleicht war einfach der Verbundkork der ersten Flasche nicht so ganz dolle? Ansonsten meine ich, daß die orange Agrumenseite neben der Mandarine auch eine fast gleichberechtigte Orange parat hält. Also aromatisch insgesamt etwas vielschichtiger, aber das deutliche Mehr an Geschäume rechtfertigt -auch unter Berücksichtigung der Tatsache, daß ich hierfür nicht mal 8 Euronen zücken mußte- ganz klar eine Beförderung in die „3er“-Riege!<br><br>Verkostet am 20.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Weißburgunder - Deidesheim Paradiesgarten - [trocken] - Qw 2021, Seckinger, Pfalz, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86418</link>    
    <pubDate>Sat, 19 Sep 2026 21:10:36 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260919_164638.jpg" alt="" /><br />Ein minimal getrübtes Messing im Glas, nasenseitig gibt’s so gut wie keine Frucht bzw. die die da ist, ist sehr sekundär / reduziert unterwegs, fermentierte Reste von Yuzu und Pampelmuse lassen sich ausmachen, noch ein bißchen ebensolche Exotik; weiters eine minimale Reduktivität, eine feine Salzspur kündigt sich an, auch leichte Hefereste sind vernehmbar, mit Luft entwickelt sich eine bräunlichvulkanische Duftwolke. Gaumal zeigt die Frucht dann schon einige Substanz, wir bleiben aber reichlich sekundär (was für mich ja eher positiv ist), das Reduktive macht sich etwas mehr bemerkbar, wird aber nie vorlaut; die Säure läßt bei aller Potenz auch eine gewisse, gerbstoffinitiierte Geschmeidigkeit zu, etwas Salz erhöht die Spannung, bodenseitig assoziiere ich ein Gemenge aus Löß, Kalk, Talcum und einer Spur Glimmer. Dann ein strammer Mehrminüter, der als erstes die Salzspur ordentlich verbreitert, dann kommen auch leicht essigbaumgrüne Holznoten auf, die an innovativeres Burgund erinnern.

Es dauert zwar ein paar Minuten, aber dann dreht der WB ordentlich auf und straft alle Zweifler Lügen, die dem 21er Jahrgang generell Substanzlosigkeit unterstellen. Wie dieser WB allerdings einst seine Prüfnummer erlangen konnte -schon der leichten Trübung wegen- sei mal dahingestellt, vor allem weil man sich hier keinerlei Lagen-, noch nicht mal Regionstypizität erwarten darf, blind ist das für mich klar Burgund. Aber vermutlich war der Wein in jung noch reichlich nichtssagend, was einem positiven Prüfergebnis ja nicht wirklich entgegensteht. Jedenfalls ist das ein Weißburgunder, der -mir- jenseits aller Rebsortenstilistik ungemein viel Spaß macht (wobei ich mal unke, daß ich blind die Sorte vermutlich mit ins Rennen geworfen hätte), in diesem Fall klar mehr auf der naturigen denn klassischen Seite, große Freude!<br><br>Verkostet am 19.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Kanada Renette - brut - Apfelwein aus der Uckermark 2020, Gutshof Kraatz, Sonstige, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76676</link>    
    <pubDate>Fri, 18 Sep 2026 19:14:24 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2022/11/20221106_210833.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 06.11.2022:

Im Glas ein strahlendes, helleres Altgold, der Geruch deutet klar auf ein staubtrockenes, völlig durchgegorenes Getränk hin, die Äpfel wirken ledrig-frisch (sic!), was leicht Kreidiges kündigt sich an. Schmeckt dann auch fast so trocken wie erwartet, bizzelt auch ein bißchen, mit Luft vermittelt der Extrakt ein verschämtes Süßegefühl, die Säure ist eher moderat vertreten, zur o.g. Kreide kommen noch ein paar gelbe Eisensalze dazu. Der schön lange Abgang ist von ziemlich flaumiger Natur.

Aromatisch ist dieser Apfelwein gut gelungen, im Vergleich zu anderen Kraatz-Flaschen fehlt mir jedoch hier leider die Säure, was den Wein doch recht behäbig macht; ob das jetzt der Sorte (die ja eigentlich eher säuerlich sein soll), dem Jahrgang oder beidem zuzuschreiben ist, weiß ich leider nicht...

Wertung vom 06.11.2022: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

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Verkostung vom 18.09.2026:

Visuell ein leuchtendes Altgold, fürs Näschen gibt’s recht reif anmutende, leicht ledrige, aber auch mit einigen frischen Attributen versehene Mostapfelnoten, leicht kreidiger Anflug. Am Gaumen dann komplett trocken, aber nicht staubig, die Äpfel wirken auch hier ledrig und frisch zugleich, die Säure ist recht schön präsent, mit ihr kommen ein paar herbe, helle Gerbstoffe mit, der kalkige Naseneindruck bestätigt sich. Auch der gut lange Nachhall vermittelt ein sehr herbes Mostapfelgefühl, auch hier keinerlei Restsüßeeindruck, nur minimal was aus dem Extrakt,

Der technische Säuregehalt hat seit der Erstbegegnung sicher nicht zugenommen, dessen Balance kommt mir heute aber heute viel freundlicher vor, jedenfalls war mir gleich beim ersten Schmeck klar, daß wir es nunmehr mit einem „2er“ zu tun haben. Auch im sechsten Jahr zeigt dieser angereifte und doch leicht saftig anmutende Apfelwein keinerlei Schwäche, taugt sicher auch als Dekadenwein!<br><br>Verkostet am 18.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Trousseau - Amphore - Arbois AC 2021, Bénédicte & Stéphane Tissot, Jura, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86414</link>    
    <pubDate>Thu, 17 Sep 2026 21:03:06 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260901_132052.jpg" alt="" /><br />Im Glas ein leuchtendes Kirschrot mit mittlerer Transparenz, fürs Näschen gibt’s talcumgepuderte Sauerkirschen sowie etwas schwarze Johannisbeere, vielleicht ein Hauch Himbeere, dazu Etherik von Mandarine bzw. Kumquat. Geschmacklich kommt die Frucht absolut speckfrei, jedoch nicht karg rüber, die Etherik weitet sich auch auf die Kirsche aus, die Säure ist recht potent, auch leicht kantig, aber nicht spitz und wird um eine kleine Salzspur ergänzt, ansonsten kommen auch Assoziationen hinsichtlich Kalk und Ziegelmehl auf. Abgangsseitig hat man sehr lange was davon, hier kommt auch eine ziemlich frische und dennoch nicht (zu) primäre Blutorange ins Spiel, die Salzspur ist hier eher KCl-geprägt.

Immer häufiger, wenn ich einen Trousseau im Glas habe, denke ich mir, daß das mittlerweile eigentlich meine rote Lieblingsrebsorte ist, denn diese in den guten Vertretern regelmäßig vorhandenen Agrumennoten oranger Art triggern mich ziemlich nachhaltig, gibt’s so in keiner anderen mir bekannten Rotrebe. Folglich müßte ich jetzt eigentlich viel mehr Trousseau denn Pinot noir oder Blaufränkisch oder Cabernet Franc trinken, aber leider gibt’s die relativ unbekannte Sorte ja bei weitem nicht so häufig wie die genannten Konkurrenten. Insgesamt ist das ein äußerst frischer, gleichzeitig aber komplexer wie ernsthafter Wein, der mit seiner Säurestruktur sowie der Etherik nebst Salzspur auch für ziemliche Spannung im Glas sorgt. Also nix für Leute, die Eleganz und / oder Finesse oder einfach nur Wumms suchen, denn hier geht’s schon ein bißchen rustikal zu, allerdings im allerbesten Sinne!<br><br>Verkostet am 17.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[[Alvarinho] - Monção e Melgaço - Expressões - Vinho Verde DOC 2014, Anselmo Mendes, Minho, Portugal]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76324</link>    
    <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 20:08:35 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2016/05/20220921_175825.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 14.05.2016:

Ein Goldgelb mit leicht bernsteinfarbigen Reflexen findet man im Glas. Geruchlich erst etwas grüner wirkend, entwickelt sich innerhalb einer halben Stunde aber hin zu Pfirsich, Mirabelle, auch Karambole. Die Holzaromatik hält sich ganz dezent im Form von Nelken im Hintergrund. Am Gaumen gelbe Äpfel, eher reife Pfirsiche, etwas schwarzer Pfeffer, weiters Limette, aus dem Faß Nelke und etwas Nadelholzrinde, das Ganze auf einer Unterlage aus herben Steinen, die sind jedoch keineswegs dominierend. Der Alvarinho bietet eine ausgeprägte Säure, die gut mit dem Extrakt auskommt. Der lange Nachhall ist fruchtig mit deutlicher Holzaromatik, die hier am intensivsten wahrzunehmen ist.

Der Expressões ist eher kernig und vielschichtig denn elegant und feingliedrig. Er ist aber auch kein Macho, wenn überhaupt, dann einer in feiner Garderobe. Hat mir sehr gut gefallen, ich bin gespannt, wie sich das Ganze über die Jahre entwickelt!

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: In der Nase wurde die Karambole durch Aprikosen ersetzt, was hier einen kleinen Frischeverlust bedeutet. Dagegen ist die Zitrusseite am Gaumen nun etwas ausgeprägter, Orangenzesten und Grapefruit zeigen sich hier, die Frische eher betonend. Der Nachhall ist jetzt etwas weniger holzbetont. Insgesamt eine schöne und auch etwas ungewöhnliche, weil uneinheitliche Entwicklung.

Wertung vom 14.05.2016: Nachkauf 2 von 3

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Verkostung vom 21.09.2022:

Farblich sind wir hier bei einem fast schreiend grellem Altgold, fürs Näschen gibt's einen trocken-klaren Mix aus Physalis und Kaki, gepaart mit etwas Ugli, dazu zuckerfreier Rosmarinhonig, ganz leicht Wachs und helle Schuhcreme. Geschmacklich geht das so weiter, dem gefühlt nicht geringen Extrakt steht eine Säure gegenüber, die den Expressões ziemlich niederviskos macht, steinseitig sind wir am ehesten bei Beton-Kellertreppe der angenehmen Art, auch hier ein paar rieslingeske Reifenoten. Der Abgang ist ziemlich lang und ebenfalls höchst flüssig, dennoch tut sich kein geschmackliches Loch auf, der Extrakt baut auch hier Druck ohne jegliche Adipositas auf.

Ich habe schon mehrfach gelesen, daß Alvarinho aka Albarinho der Riesling der Iberer sei, das kann ich hier ohne Wenn und Aber unterschreiben. Faszinierend vor allem diese Gegensätzlichkeit der eigentlich präsenten Fülle einerseits und diese gnadenlose Leichtigkeit andererseits, das Ganze spielt sich übrigens bei smarten zwölfeinhalb Umdrehungen ab. Ich kann allerdings nicht einschätzen, ob's hier nun schon bergab oder noch eine gute Zeit lang geradeaus weiter geht, störende Altersflecken gibt's bisher jedenfalls nicht.

Nachtrag nach 5 Tagen mit Luft: mal wieder so ein Wein, der mit Luft eher frischer wird, die Einzelaromen sind nach wie vor dieselben, insbesondere Wachs & Co. haben sich jedoch signifikant reduziert, was zu einem leicht frischeren Eindruck führt. Schöne Entwicklung auf gleichbleibendem Niveau.

Wertung vom 21.09.2022: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 21.02.2024:

Im Glas ein sehr deutliches Goldgelb, es riecht nach reifer, frischer (sic!) Sekundärfrucht aus dem Steinobstbereich, ergänzt um Kaki und Physalis, leichte Honiganflüge, auch einige viskositätssenkende Fetzen von Ugli und Yuzu, ganz dezent Pastinake. Am Gaumen dann trotz der leichten Honigspur äußerst frisch und fast leicht wirkend, die knackige Säure hält die Frucht ein bißchen von der gerochenen Reife zurück, relativ kühle Bachbettmineralik. Auch der etwas weniger komplexe Abgang ist ziemlich jugendlich unterwegs, blind hätte ich dem Wein eher 5 statt 10 Jahre zugestanden.

Ich hatte beim letzten mal ja schon den Rieslingvergleich ins Feld geführt, paßt immer noch sehr gut! Es gibt aktuell noch keine wirklichen Altersnoten, selbst das Wort "gereift" kommt mir nur gebremst über die Tastatur. Allerdings denke ich nicht, daß der Alvarinho noch zulegen kann, denn ihm scheint so langsam die Frucht auszugehen ohne daß was anderes nachkommt, was sich mit Lufteinwirkung offenbart, deshalb m.E. eher zeitnah austrinken, aktuell aber noch die gleiche Wertung wie bei der Zweitbegegnung...

Wertung vom 21.02.2024: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 16.09.2026:

Im Glas findet sich mittlerweile ein mittleres Bernstein wieder, geruchlich zeigen sich sehr sekundäre, reife Fruchtaromen von Orange, Aprikose, Physalis und Kaki, wobei aber auch ein paar Frischfruchtfetzen mitspielen, etwas zuckerfreier Distelhonig noch sowie eine Kante aus der Wurzelecke. Am Gaumen ist das trotz der leichten Honig(extrakt)süße sehr leichtfüßig unterwegs, die reife Sekundärfrucht hat zwar ordentlich Substanz, trägt aber nicht auf, die schön austarierte Säure hat mit der Bändigung der reifen Frucht überhaupt kein Problem, das zuvor beschriebene Bachbett ist nunmehr mit Sedimenten angefüllt. Auch der sehr lange Nachhall lebt von dieser leicht säuerlichen, frischen, herben Trockenhonigsüße, im Finale Konzentration auf Physalis und Kaki in etwas frischerer Natur.

Im zwölften Jahr ist das nun gut wie schön gereift, zeigt aber keinerlei Altersgebrechen in Form irgendwelcher spröder Bitterchen o.ä. und steht trotz der Reifenoten ziemlich quirlig im Glas! Wie lange das noch auf dem Niveau durchhält, vermag ich nicht einzuschätzen, aber Sinkflug geht anders, macht gerade einigen Spaß!<br><br>Verkostet am 16.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Xarel·lo i Xarel·lo vermell - Vinomi - Penedès DO 2021, descRegut, Catalunya, Spanien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=79507</link>    
    <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 18:24:33 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/12/20231211_184458.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 08.12.2023:

Farblich ein mittleres Messing mit deutlichen Apricot-Anteilen, noch ganz leichte CO2-Ausdünstungen. Für den Riechkolben gibt's verhaltene, reduzierte, samtene Exotik wie Papaya, Marula und Guave, auch Albedo von Grapefruit, leichte Großholzanmutung. Geschmacklich ist die genannte Frucht deutlich präsenter, einiges an weißem Tanninpuder flaumt den Mund angenehm aus, die Säure gut bemessen, dabei eher hintergründig und doch irgendwie prägend präsent, sie bringt auch ein paar grüne, limettige Noten mit, steinseitig bin ich im Magnesiumsalzbereich. Auch der ziemlich lange Nachhall fährt diese samtig-frische Spur, im Finale eine ganze Albedosammlung von gelb bis grün.

Dieser Doppel-Xarel·lo hat schon einen deutlich mediterranen Habitus, allerdings können die Hintergrundsäure sowie die Agrumenalbeden den insgesamt eher filigranen Wein ziemlich gut auf der beschwingten Seite halten. Paßte sehr gut zur Fischsuppe und steht auch klar vor dem Schaum des Hauses, den wir vor einigen Tagen probiert haben.

Wertung vom 08.12.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 15.09.2026:

Im Glas ein mittleres Messing mit leicht rosanem Schimmer, nasal gibt’s einen exotischen, leicht samtig anmutenden Fruchtmix mit Guave und Papaya, großes Holz scheint bei der Genese im Spiel gewesen zu sein, mit Luft könnte das Faß auch etwas kleiner gewesen sein. Am Gaumen weitere Fruchtaromen von Kaktusfeige, Marula und sehr deutlich Grapefruit, feine Gerbstoffigkeit; für mediterrane Verhältnisse eine recht lebendige Säure, dennoch bleibt eine leicht cremige Grundtextur ohne Breitewirkung, steinseitig bin ich im Talcumbereich. Dann ein schön langer Abgang, bei dem die Frucht auch leicht angesamtet ist, die Säure hält aber alles im animierenden Bereich, dazu wird die Steinseite durch einiges an Kalisalz ergänzt, vor allem im Finale dann vermehrt Agrumen mit vorwiegend Limette und Zitrone.

Das hat sich in den letzten drei Jahren nicht grundsätzlich, im Detail aber doch recht schön entwickelt; das Mediterrane des Vinomi zeigt sich von seiner besten Seite, denn Säure und Salz sowie die Agrumen bilden einen schönen Kontrapunkt zu den etwas verbreiternden Komponenten wie Talcum und die an sich etwas mehligen Exoten. Für einen roundabout 10-Euronen-Wein ist das sowohl strukturell als auch hinsichtlich der aromatischen Komplexität schon wirklich gut wie erfreulich!<br><br>Verkostet am 15.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Weisswein Cuvée - Same same but different - [trocken] - Qw 2021, Seehof, Rheinhessen, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=76445</link>    
    <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 17:16:08 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2023/05/20260914_153207.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 08.10.2022:

Farblich ein helleres Messing, nasal gibt's Frühlingswiese mit Löwenzahn und anderen, eher weißen Blumen, auch Estragon, weiters Stachelbeere, etwas nicht ganz reife Ananas und Karambole. Schmeckt dann auch in erster Linie muskatellerig mit ordentlich Wiese bzw. Kräutern, dann die ultraklare, leicht unreife und dadurch auch recht kantig-knackige Frucht, begleitet von einer strahlenden, ungebremsten Säure, unten drunter eine kühl-blaue, leicht herb-bittere Kiesgrundlage. Auch der ausufernde Abgang präsentiert Frische im Überfluß, im Finale ein Kräuter-Overkill.

In den ersten paar Minuten wirkt der "Same same" noch ein bißchen plakativ, aber dann entwickeln sich die genannten Aromen zu einer Parade von glockenklar präsentierten, absolut fettfreien Mitarbeitern, die mit hoher Quirligkeit perfekt zusammenarbeiten. Sehr großer Spaß, ein 21er par Excellence, der sich mit etwas Lagerzeit noch gut steigern könnte, für säureempfindliche Zeitgenossen dürfte der Wein aber zum Problem werden.

Wertung vom 08.10.2022: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 03.05.2023:

Optisch ein helleres Goldgelb, fürs Näschen gibt's recht intensiv und hochfrisch nicht ganz reife Frucht in Form von Holunderblüte, Mirabelle und Reneclaude, aber auch Ananas, Stachelbeere und weiße Johannisbeere, Wiese mit Gelbblumen findet man auch. Am Gaumen geht das so weiter, eine straffe, leicht grünliche, aber nicht unreife Säure stützt den Frischeeindruck ordentlich, ohne dabei ins Kantige zu gleiten; kühle und doch leicht gepufferte Mineralbasis. Auch der gut lange Abgang ist in erster Linie grün ohne Unreife, diese Balance muß man erst mal hinbringen.

Dieser an sich eher einfach angelegte Wein zeigt sich beim näheren Hinschmecken erstaunlich komplex wie gehaltvoll bei geringster "Akademität", quasi unbeschwerter Spaß mit Niveau, ein höchst erfreuliches Getränk mit hohem PLV. Im Vergleich zur letzten Begegnung vor gerade mal 7 Monaten hat sich die Frucht schön entwickelt und ist vor allem (noch) besser ausdifferenziert, sie raubt auch der immer noch potenten Säure ein bißchen den Schrecken der früheren Tage. Insgesamt eine erfreuliche Entwicklung, aktuell aber noch keine Auswirkung auf die Bepunktelung.

Wertung vom 03.05.2023: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

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Verkostung vom 14.09.2026:

Im Glas ein leuchtendes Zitronengelb, nasal ein schöner, dichter Mix aus Frühlingswiese mit vielen Gelbblumen, heller, aber nicht plakativer Frucht wie Kaktusfeige und Mirabelle, weiße Johannisbeere und Holunderblüte spielen auch mit, nur minimal zur sekundären Seite hin entwickelt, Ankündigung einer gewissen Extraktsüße. Am Gaumen wirkt das voll entwickelt, aber nicht reif, eine deutliche, aber gänzlich unaufdringliche Extraktsüße zeigt sich nunmehr wie nasal angekündigt, auf der floralen Seite sticht der Löwenzahn heraus; die Säure ist straff und klar, aber auch minimal samtig strukturiert, schöner, kühler Kalkteppich. Der recht lange Nachhall thematisiert dann mehr Zitrone und Pampelmuse mit einiger Extraktsüße, auch hier wunderbar integriert.

So einfach und unkompliziert der Wein an sich ist, so genial ist er hinsichtlich seiner einfachen und dabei ziemlich perfekten Struktur. Dabei hat er in den letzten Jahren deutlich Substanz aufgebaut, die jedoch den unbeschwerten Trinkfluß nicht beeinträchtigt, hier zeigt sich ein Kabi-Feeling in meinem besten Sinne, wobei der Wein technisch wohl ziemlich trocken ist, jedenfalls hatte ich für meine vorangegangenen Notizen nichts Süßes übrig. Wieder ein 21er, der genau meinen Erwartungen entspricht und der sich hinsichtlich der Entwicklung über die Jahre auch so verhält, wie ich es erhofft habe. Ob ich nochmal so ein Weinjahr wie 2021 (oder 2013, 2010…) erleben darf? Ich spar schon mal…<br><br>Verkostet am 14.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Würzburger Stein-Harfe - trocken - VDP.Große Lage - GG 2019, Bürgerspital, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86406</link>    
    <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 20:08:11 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260913_172010.jpg" alt="" /><br />Visuell ein leuchtendes Goldgelb im Glas, fürs Näschen gibt’s vom Fleck weg einen schön gemischten, etherischen, gut differenzierbaren Zitrusmix mit Minneloa, Kumquat, Yuzu und Grapefruit, dahinter eine leichte Kräuterspur. Gaumal dann der gleiche Zitrusmix, trotz der Etherik leicht geschmeidig, im Oberschwingungsbereich auch Physalis und Kaki, die Säure ist potent, hat dabei samtige wie kantige Seiten, ein Hauch Chicorée schwingt mit, kühle Kalkanmutung. Dann ein sehr langer Nachhall, bei dem die grünlichen Aromen incl. die des Chicorées stärker betont werden, im Finale auch leichte Kräuterbitterchen aus der Beifuß- und Koriandersaatecke sowie etwas Kalisalz plus Lemon Pepper, mit Luft noch eine Spur Eisen.

Das ist ein ziemlich vielschichtiger Riesling, der mit seiner etherischen Art frisch, zupackend, kantig wirkt, aber auch ein paar geschmeidige Attribute parat hat, ein Riesling, der aus meiner Sicht den Muschelkalk schön abbildet (was ich eher selten erlebe), einer an dem ich nichts auszusetzen habe. Höchstens vielleicht, daß ihm vermutlich Carboxymethylcellulose zugesetzt wurde. Jedenfalls findet sich das m.E. überflüssige Zeug gemäß Zutatenlisten in quasi allen 24er ff Weißweinen des Guts wieder (auch denn GGen), für die früheren Jahrgänge kann man’s nur mutmaßen. Da fängt nun mein Dilemma an: einerseits möchte ich keine Weine kaufen / trinken, die mit Kunst-Stoffen versetzt wurden, die rein der „Convenience“ dienen und für deren Verwendung ich keine weintechnische Notwendigkeit sehe, andererseits schmeckt dieser Riesling einfach richtig goil. So ganz im Reinen bin ich da mit mir noch nicht, aber aktuell schaut’s hinsichtlich BüSpi-Nachkäufen erst mal schlecht aus. Dennoch: CMC-neutral ist das ein klarer „3er“:<br><br>Verkostet am 13.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Cuvée Colette - Victot-Pontfol - Cidre 2021, Famille Dupont, Normandie, Frankreich]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86404</link>    
    <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 17:08:57 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260901_132932.jpg" alt="" /><br />Optisch ein dichteres Goldgelb, recht lebendiger, feiner Blubber mit ordentlicher Ausdauer; riecht nach frischeren, gelberen Renetten ohne dabei zu saftig zu wirken, etwas Kalk sowie was Zitroniges kündigt sich an. Am Gaumen dann auch quittige sowie gelbpflaumige Noten, etwas Zitronenabrieb, sehr klare Säure, kalkiger Hintergrund. Dann ein recht langer Nachhall, der sich vornehmlich auf der zitronig-limettigen, dabei durchaus noblen Seite abspielt.

Ich hatte dieses preisliche Guts-Flaggschiff ja schon mal als 17er im Glas und wurde damals nicht restlos warm damit, vor allem wenn man sich die Preis-Leistungs-Relation ansieht, die anderen Cidres des Hauses haben mich mit ihrer durchwegs (gerb-) stoffigeren Art deutlich mehr angesprochen. Scheint also nicht am Jahrgang zu liegen, vielleicht soll die „Colette“ ja ganz bewußt die klare, durchaus edel anmutende Linie fahren, letztlich fehlt mir persönlich dann aber doch einiges an Struktur im Glas, das den Invest von gut 17 Euronen in die OK-Region rückt. Deshalb auch dieser Jahrgang kein „3er“ wie die meisten Dupont-Cidres, dieser sogar nur ein „1er“…<br><br>Verkostet am 13.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Tsitska - [dry] - Wine of Georgia 2021, Mariam Guniava's Winery, Imereti, Georgien]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=78633</link>    
    <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 10:56:23 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.files.wordpress.com/2023/07/20230702_190800.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 02.07.2023:

Im Glas ein leicht angetrübtes, helleres Bronze, geruchlich gibt's sehr sekundäres Steinobst, das mit allerlei heller bis weißer Würze sowie Colaflaschen (die von Haribo) und etwas Gummi arabicum kontaminiert ist, wird mit Luft zunehmend mostiger. Am Gaumen kommt zu diesem Eindruck noch etwas weißer Lehm, die Frucht ist stark konzentriert und fokussiert sich auf karamellisierten Weinbergspfirsich und Physalis, der Extrakt ist mächtig und liefert ordentlich Trockensüße mit Türkischer Honig-Aromen ab, die Säure ist eher unauffällig, hält die Extraktlawine aber so gut in Schach, daß sich keinerlei Trinkhemmnis entwickelt, bodenseitig eine Mischung aus Ton und Gelatine. Der bestimmt zehnminütige Nachhall präsentiert mit äußerst flach fallendem Gradienten das o.g. Fruchtkonzentrat, changiert mit Luft zum Karamell hin, trotz aller Fülle und auch leichter Wärme wird's aber auch solo nicht anstrengend.

Ich denke, ich habe noch nie einen Wein mit einer solchen Extraktsüßedichte im Glas gehabt, der so hemmungslos runterflutscht, auch solo. Ich dachte mir ständig: "das ist eigentlich gar nicht wirklich süß", jedenfalls kam dieses "Freizuckergefühl" nicht auf, mit viel Luft wird diese Art der Süße auch deutlich runder bzw. geschmeidiger. Insgesamt jedenfalls ziemlich ungewöhnlich, sehr schöner Tajine-Begleiter. Ob das nun allerdings irgendwie rebsortentypisch ist, keine Ahnung...

Wertung vom 02.07.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 12.09.2026:

Im Glas ein mittleres Honiggelb mit minimalster Trübung, geruchlich dann auch feine Honigaromen von Lindenblüten- oder Kirschhonig, so die Richtung jedenfalls; dahinter reife und dennoch feine Aprikose sowie Kaki, Ankündigung samtiger Gerbstoffe. Am Gaumen sind’s dann auch diese sehr fein granulierten, samtigen Gerbstoffe, welche die Pole selbstbewußt übernehmen, der sekundären, reifen Frucht aber dennoch nicht die komplette Show stehlen; die Säure ist wohlproportioniert und sorgt für eine schöne Balance von Substanz und Frische, mineralischerseits weist der Wein eher auf schwerere Formationen hin, ohne daß das die Trinkigkeit negativ beeinflussen würde. Dann ein ziemlich langer Nachhall, der dann wieder der Frucht mehr Aufmerksamkeit widmet, diese zeigt sich hier etwas talcumgepudert, im Finale dann auch etwas Kalisalz.

Trotz seiner präsenten Gerbstoffstruktur würde ich diesen Georgier als „Qvevri light“ einstufen, wobei der Wein schon Substanz hat, jedoch sind Extrakt und dessen Süßewirkung drei Jahre nach der Erstbegegnung viel weniger präsent bzw. nach vorne drängend, also auch bei den Amphoringern kann sich ein bißchen Warten durchaus lohnen. Wenn jemand dieses Genre mal antesten möchte, wäre dieser Tsitska aus meiner Sicht ein äußerst passender Einsteiger, denn dieses sehr selbstverständlich wirkende Nebeneinander von Leichtigkeit und Fülle -das man erst mal hinbekommen muß- sollte den Einstieg nicht allzu schwer machen…<br><br>Verkostet am 12.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Riesling - Westhofener - «vom Kalkstein» - trocken - Qw 2025, Seehof, Rheinhessen, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=86397</link>    
    <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 10:45:27 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/09/20260912_095909.jpg" alt="" /><br />Ein leuchtendes, helleres Goldgelb im Glas, nasal gibt’s helle frische, aber auch recht intensive, noch ziemlich primäre Frucht mit Mirabelle, Zitronenalbedo, Kaktusfeige sowie einem leichten Lycheedrops, leichte Kalkanmutung. Am Gaumen bestätigt sich der Nasenfruchteindruck, auch hier noch ein gewisses Gedropse, leichter Süßeeindruck aus etwas Restzucker und Extrakt, gut balancierte Säure, leichtes Weißpfeffergebizzel, wieder der Kalk in gelöschter Form. Dann ein recht langer Nachhall, der ebenfalls recht fruchtintensiv bzw. extraktreich daherkommt.

Für jemanden wie mich, der eher kühle Jahrgänge bevorzugt, ist der anscheinend in der Breite doch etwas stoffiger ausfallende 25er-Jahrgang nicht unbedingt die allererste Wahl, gerade bei diesem Wein zeigt sich recht klar, daß das Bessere aka 2021 der Feind des Guten ist, was mancher vielleicht anders sehen mag. Dazu ist der Wein für meinen Geschmack aktuell noch deutlich zu jung bzw. primär unterwegs, aber auch mit ein paar Jahren Reife wird das eher was für meine Gäste sein denn für mich selbst, aber auch für die brauche ich ja schließlich was im Keller. Jedenfalls war’s das erst mal mit der gezielten Jungweinprobiererei im Klassikbereich für mich, die paar 25er Sachen, die ich nun im Keller habe, werden erst mal für ein paar Jahre vergraben, denn ständig nur „1er“ zu probieren, dazu hab ich keine Lust. Zum „2er“ wird’s der Wein wohl einigermaßen sicher schaffen, wenn „der Drops erst mal gelutscht ist“, ein „3er“ -wie der 21er- wird das jedoch nie werden…<br><br>Verkostet am 11.09.2026 von EThC]]></description>
  </item>

  <item>
    <title><![CDATA[Scheurebe - [Iphöfer Julius-Echter-Berg] - Estheria - TRIAS - trocken - VDP.Gutswein 2020, Johann Ruck, Franken, Deutschland]]></title>    
    <link>http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_details.php?ID=82626</link>    
    <pubDate>Thu, 10 Sep 2026 20:16:28 +0200</pubDate>
    <description><![CDATA[<img src="https://ec1962.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/01/20250117_112927.jpg" alt="" /><br />Verkostung vom 22.01.2025:

„Estheria“ erscheint hellgoldgelb im Glas, geruchlich zeigen sich Jostabeeren und Kiwis mit feiner Kerbel- und Estragonbegeitung, prägnant wie distinguiert vom Holz begleitet, das sowohl grünliche als auch bräunliche Noten aufweist, letztere vor allem von der Tabakseite. Auch am Gaumen wirkt der Wein sehr filigran ohne dabei kraftlos zu wirken, von der Holzseite her hier auch eine Minimalstsüßlichkeit aus einem Karamellspürchen, die Säure ist deutlich wie nobel zurückhaltend und hat auch etwas Limette in Begleitung, die Kräuterseite unterstützt klar die keuperige Mineralik. Beim schön langen Nachhall setzen sich dann die Kräuter zunehmend in Szene, im Finale dann sogar etwas Eukalyptus sowie eine Spur Chinin.

Der Spruch „weniger ist mehr“ trifft auf diesen Wein insofern zu, als daß das Weniger hinsichtlich Fülle aka Extrakt zu einem Mehr an Spiel, Balance und letztlich auch Komplexität führt. Gerade die Bukett- aka Aromasorten werden ja recht häufig eher auf „laut“ mit eher vordergründigen Effekten getrimmt, hier ist das wirklich regelrecht „leise“, weshalb man sich den Wein auch ein bißchen erarbeiten muß (nicht schöntrinken!), das lohnt sich aber!

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: erstarkter Extrakt, nun minimal torfig, dabei keine Abstriche beim Trinkfluß, ewiges Finale. Beste Aussichten für die weitere Reifung.

Wertung vom 22.01.2025: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 10.09.2026:

Farblich ein helleres Goldgelb, nasal eine Mischung aus gelber Kiwi, Jostabeere und etwas Zitrone, dazu eine feine Kräuterspur mit Estragon und Zitronengras, ganz leichte Großholzanmutung. Geschmacklich sind dann Zitrone und eine Limette nebst eher grüner Kiwi klar -im Wortsinn- führend, ebenso klar präsentiert sich auch die leicht verjusige Säure, die Kräuter werden kerbellastig, die Keuperherkunft offenbart sich ganz gut. Der recht lange Nachhall ist dann der grünste und auch frischeste Teil des Genusses, wobei hier auch ein vegetabiles Bitterchen aufkommt.

Das trinkt sich zwar in seiner knackigen Art und Weise recht schön weg, aber gegenüber der Erstbegegnung hat der Wein dann doch einiges an aromatischer Vielfalt eingebüßt und es kommt bis jetzt nichts Tertiäres nach, was das ausgleichen könnte. Ob da mit weiterer Reife noch was kommt, kann ich nicht einschätzen, aber aktuell ist mir das für die einst investierten, knapp 20 Euronen deutlich zu wenig und meine einstige Reifeprognose war wohl nix…<br><br>Verkostet am 10.09.2026 von EThC]]></description>
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