Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 28.09.21 16:10

Bezeichnung: Weisser Burgunder - Würzburger Stein - trocken - Erste Lage
Winzer/Produzent: Juliusspital
Land / Region: Deutschland - Franken
Lage: Stein (Würzburg - Franken) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Weißburgunder
Alkohol (Vol.%): 14
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 3000 027 16
Preis: 12,99 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Edeka Stockdorf - 23.03.2016
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: gut
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 26.09.2021
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 22.08.2019:

Im Glas ein helleres, aber dichtes Goldgelb, das Bukett zeigt nach kurzer Anlaufphase ordentlich Pfirsich und Mirabellen mit etwas Koriandersaat, auch leicht Blumentopf; anfangs sehr dezent, später ein bißchen deutlicher angerösteter Krautwickel sowie was leicht paranussiges. Am Gaumen ist die Frucht reduzierter, Krautwickel und Blumentopf machen sich hier in recht angenehmer Form bemerkbar, dazu wieder Koriandersaat und auch Senfkörner, eine winzigkleine Macadamia. Dazu eine -vor allem für 2015!- recht gut bemessene und doch irgendwie vornehm zurückhaltende Säure, dennoch keine ausgeprägte Cremigkeit, die Konturen von Frucht und Gewürzen bleiben relativ scharf; das Muschelkalkbett bildet sich auch klar erkennbar ab. Der lange Nachhall repetiert vor allem das Bukett fast 1:1, gepaart mit einer hier sogar recht spritzig-elegant wirkenden Säure.

Die auf dem Rückenetikett aufgedruckte "14,0" macht erst mal skeptisch, wäre nicht der erste Breit-WB aus diesem warmen Jahr. Umso überraschender, wie leichtfüßig frisch dieser Stein-Burgunder daherkommt, noch dazu schielt er deutlich in die Richtung, die man gemeinhin als "burgundisch" bezeichnet, ohne dies wirklich kopieren zu wollen. Sehr gelungene Interpretation dieser Rebsorte, die ja in der Regel doch eher in der zweiten Reihe steht.

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: In der Nase nun auch leicht torfig, der Krautwickel ist ganz weg. Am Gaumen ist der Blumentopf fast verschwunden, die Frucht ist etwas gelber, auch dezent torfige Noten. Wirkt nun etwas eleganter, ohne an Frische eingebüßt zu haben. Schöne Seitwärts-Bewegung, allerdings mit kleinem Spannungsverlust.

Wertung vom 22.08.2019: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

-------

Verkostung vom 26.09.2021:

Farblich ein etwas giftig anmutendes, fast schrilles Goldgelb, riecht nach kühlem Steinobst mit von einer Trennscheibe beim Edelstahlschnitt aufsteigendem Rauch, dazu auch einige zitruszestige Anteile. Am Gaumen ebenfalls frisch und bläulich-kühl, vom Steinobst sind nur noch leicht reduktive Reneclauden übrig, dann ordentlich blau-grünlicher Rauch und ebensolche Steine, dezent Koriandersaat, dann Zitronenschale und Grapefruit incl. Bitterchen, das Ganze getragen von einer ziemlich klaren und potenten Säure. Der sehr lange Nachhall bläst ins gleiche Horn, das Finale bringt neben dem hier von einer Pampelmuse stammenden Zitrusbitterchen auch noch ein solches aus einer Campariflasche mit, dazu wieder deutlich Edelstahltrennschnitt.

Innerhalb der letzten zwei Jahre hat dieser WB nun fast alle Steinöbste von sich gegeben und konzentriert sich auf Agrumen, Säure und blaue Mineralik plus einer dezenten, aber durchaus prägenden Reduktivität; dabei tut sich jedoch kein geschmackliches Los auf, sondern der Wein hat nach wie vor Druck, Kraft und Fülle, allerdings auf eine deutlich animierendere Art als bei der Erstbegegnung. Ankreiden könnte man ihm bei Anwendung eines Typizitätsfetischismus allenfalls, daß nichts mehr auf die Muschelkalkherkunft hinweist, aber ich lasse den Wein erst mal er selbst sein...

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: heute hat sich das zuerst weitgehend verschüttete Steinobst neu formiert und gräbt den Agrumen einiges an Boden ab. Der Frische tut das keinen großen Abbruch, die Komplexität erhöht sich sogar etwas und das Muschelkalkige zeigt sich nun auch wieder deutlicher. Insgesamt hat mir dieser Stein-WB am ersten Tag allerdings etwas besser gefallen, er war da halt doch mehr der Querschläger...

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2019/08/22/leicht-burgundischer-burgunder/
Link 2: -
Link 3: -
  Diese Verkostungsnotiz wurde bisher 331 mal abgerufen

Bilder:

 

Codes zur Veröffentlichung in Internet-Foren

Als Bilddatei für Internet-Foren (z.B. dasweinforum.de oder weinfreaks.de):


Einbindung als Text (forenunabhängig):


Veröffentlichung in facebook

Bitte einfach den Link aus der Adresszeile oder diesem Feld kopieren:





Kommentar zu dieser VKN schreiben:

Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern erstellt werden !
Du kannst dich auf der Startseite anmelden bzw. kostenlos neu registrieren.
RSS      2004 - 2012 von Gerald Schuster, Advanced Technical Software :: e-mail: webmaster@verkostungsnotizen.net :: Datenschutzerklärung