Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 08.06.21 22:00

Bezeichnung: [Timorasso] - San Leto - Derthona - Vino bianco
Winzer/Produzent: Ricci
Land / Region: Italien - Piemont
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Timorasso
Alkohol (Vol.%): 14,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: L SL 15
Preis: 22 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Conrad Mattern - 20.09.2019
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 08.06.2021
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 20.09.2019:

Ein dunkles Messing bis Bernstein zeigt sich im Glas, riecht deutlich nach Spekulatius, Datteln, saurem Honig, ebenso saurem Lakritz sowie Verjus. Geschmacklich ganz anders als es der nasale Eindruck erwarten läßt: oxidierte, opulente Frucht wie überreife Physalis, Khaki, Akees, dazu Rosmarinhonig / Büschelblumenhonig, viele weiße Tannine, dabei sehr geschmeidig; eine hintergründige, aber hocheffektive Säure hält im Zusammenspiel mit ein paar herben Salze im Hintergrund alles auf der klar niederviskosen Seite. Der Abgang ist extrem lang, zeigt eine dichte, oxidierte und doch lebendige Frucht mit super Säurestruktur.

Quasi ein Timorasso naturel, aus meiner Sicht ein grandioser Wein der Extreme, liebt man oder haßt man...

Wertung vom 20.09.2019: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

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Verkostung vom 08.06.2021:

Im Glas ein dunkles, trübes Honiggelb, riecht ein bißchen wie eine schmutzige Sherry-Vorstufe auf der Naturseite, weiters eingemaischtes Steinobst mit Malzcoating und saurer Honig. Schmeckt warm und braun nach leicht schnapsiger und doch nicht brandig wirkender Frucht aus der Steinobstecke plus Kaki, dem Alk und der durchaus potenten Säure steht soviel Aprikosenmatschmostextrakt plus zuckerfreiem Erikahonig gegenüber, daß sich insgesamt eine recht hohe Geschmeidigkeit ergibt; das Ganze spielt sich auf einer lehmig-kalkigen Unterlage ab. Beim ewig langen Abgang heizt's dann schon recht deutlich, die Wärme ist jedoch sehr wohlig und das Steinobstkompott macht trotz aller Kraft und Dichte nicht übermäßig satt.

Die 14,5 PS, die auf dem Etikett ausgewiesen sind, präsentieren sich sehr selbstbewußt und verkaufen sich auch recht gut, denn im Kontext mit dem Obstmost und der anschiebenden Säure kommt durch Samtigkeit einerseits und relativer Niederviskosität andererseits keinerlei Müdigkeit auf, auch das Solo-Glas danach mußte man sich nicht erkämpfen. Eigentlich macht man sowas ja bevorzugt im Winter auf, aber auf der aktuell leider immer noch sehr schattigen Terrasse hilft der San Leto sehr gut über den erheblichen Mangel an abendlicher Strahlungs- und Konvektionswärme hinweg. Heute greife ich nicht ganz so tief in die Punktekiste wie bei der Erstbegegnung, was vielleicht der gefühlt mittlerweile etwas geringeren Fruchtdiversität geschuldet ist, nach wie vor aber ein sehr bemerkenswerter Querschläger an den Grenzen der Weinwelt, und das sowohl generell als auch bei den zahlenmäßig überschaubaren Timorassos im Speziellen...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2021/06/08/irgendwie-wein-oder-doch-nicht/
Link 2: https://ec1962.wordpress.com/2019/09/23/timorasso-querbeet/
Link 3: -
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