Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 22.05.26 21:02

Bezeichnung: Riesling - Deidesheimer Grainhübel - trocken - VDP.Große Lage - GG
Winzer/Produzent: Von Winning
Land / Region: Deutschland - Pfalz
Lage: Grainhübel (Deidesheim - Pfalz) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2019
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: AP 5 106 327 031 20
Preis: 28 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 23.04.2021
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 21.05.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 02.11.2023:

Farblich ein leuchtendes Goldgelb, fürs Näschen gibt's einen Mix aus hauptsächlich Minneloa, dann Aprikose und Physalis, das Holz zeigt sich nur dezent mit hellem Tabak und einem Hauch Butterscotch. Geschmacklich sind dann Pfirsich und Physalis vorndran, die durch ordentlich Yuzu nebst der lebendigen Säure von der breiten Seite der Weinstilistiken gut ferngehalten werden; auch hier ein sehr dezenter Holzeinsatz, bodenseitig assoziiere ich einen Mix aus Kalk und Schiefer. Der mehrminütige Nachhall konzentriert sich wieder zunehmend auf die nichtzitrische Frucht und das Holz kommt etwas mehr zur Geltung, die Säure hält das aber noch gut im Griff.

Mittlerweile bzw. auch schon seit einigen Jahren ist es ja nicht mehr so einfach, von den renommierteren VDP-Gütern GG's unter 30 Euronen zu bekommen, diesbezüglich macht der Grainhübel eine recht gute Figur. Ist stilistisch eher auf der gehaltvolleren, weil steinobsthaltigen Seite unterwegs, macht seine Sache aber insgesamt sehr gut, dennoch hab ich mich nicht zum "3er" überwinden können.

Wertung am ersten Tag: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal wirkt der Wein nun etwas grüner, Reneclaude und etwas Essigbaum sind dafür verantwortlich; auch am Gaumen diese Hinwendung zum Burgundischen, die Agrumen sind nun vornehmlich gelb plus Limette, das Steinobst ist in der zweiten Reihe verschwunden; die Säure wirkt zwar leicht belegt, agiert aber dennoch deutlich agiler als gestern. Auch der Abgang weist nun leicht grünliche, fast reduktive Kanten auf, wobei aber kein Gefühl der Unreife entsteht.

Diese Entwicklung hatte ich ehrlich gesagt gar nicht erwartet, die leicht mitschwingende Behäbigkeit vom Vortag ist völlig dahin, die -wenn auch geringe- Primärfruchtigkeit auch; gefällt mir so deutlich besser!

Wertung am zweiten Tag: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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Verkostung vom 21.05.2026:

Visuell ein dichtes Goldgelb mit Schlag zum Orange, nasenmäßig gibt’s leicht gewachste Pfirsiche nebst Kaki und Akee, begleitet von etwas Minneloazeste, helles Kräuterspürchen, ein Hauch Salbeihonig. Gaumal ist die Zitrusseite mit Minneloa, Kumquat und Bitterorange deutlich präsenter, das nicht vorlaute Holz wirkt ein bißchen berghüttig, die Säure ist stramm und geschmeidig zugleich, steinseitig was leicht zementig Bitteres nebst feiner Salzspur. Beim recht langen Abgang verstärken sich die Bitterchen noch etwas, wir bleiben aber auf der animierenden Seite, im Finale dann fast ein Solo der Bitterfront aus entsprechender Orange und dem Zement im belebenden, angenehmen Rahmen.

Das gefällt mir in der aktuellen Form sehr gut und hat sich gegenüber der Erstbegegnung vor zweieinhalb Jahren recht deutlich verändert ohne seinen Charakter komplett zu metamorphieren; ist zwar dementsprechend fruchtmäßig von der handfesteren Sorte, es ist aber nicht mastig bzw. sind wir spätestens beim Mundgefühl weit genug auf der sekundären Seite der Frucht, als daß sich keinerlei Trinkhemmnis bei mir einstellen könnte. Zudem sorgen die perfekt balancierten Bitterchen nebst Kräuterspur für eine höchst angenehme Kante, an der man sich wohlig reiben kann ohne daß es weh tut, von irgendwelcher Schmeichelei sind wir damit weit entfernt. Nur die leicht aufkommende Wachsnote zeigt zumindest für mich an, daß ein weiteres Zuwarten wohl keine Besserung mehr bringen wird, aktuell aber ohne Wenn und Aber schon am ersten Tag in der „3er“-Riege.

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: am Gaumen nunmehr ein Hauch Heizöl EL vernehmbar, auch etwas zuckerfreier Thymianhonig spielt jetzt mit; der Extrakt hat zugelegt, was den Wein etwas süßlicher wirken läßt, im Finale auch was Ahornsirupiges. Das hat sich insgesamt deutlich intensiviert, auch die Riesling-Reifenoten haben etwas zugenommen, was mich in meiner Meinung bestärkt, daß es jetzt langsam bergab geht, zumindest gemessen an meinen Rieslingvorlieben. Punktemäßig aber heute noch Gleichstand zu gestern.
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/05/22/discount-gg-relaunch-mit-nachtrag/
Link 2: https://ec1962.wordpress.com/2023/11/03/david-gegen-goliath/
Link 3: -
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