Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 20.05.26 21:02

Bezeichnung: Chardonnay - [Golser Goldberg "Zwicklacker"] - Exempel - maischevergoren - trocken - Landwein aus Österreich
Winzer/Produzent: Andreas Gsellmann
Land / Region: Österreich - Neusiedlersee
Lage: Goldberg (Gols - Burgenland) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Chardonnay
Alkohol (Vol.%): 12,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: L 101/16
Preis: 22,22 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Vinus - 09.12.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 20.05.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 19.12.2020:

Farblich ein eingetrübtes, etwas urinös wirkendes Orangegelb, riecht recht satt nach Kastanien- und Rosmarinhonig ohne Süße, dazu auch etwas oranges Steinobst sowie Kalkflaum, im Hintergrund ein ganz leichter Marillenliköranflug. Am Gaumen wirkt die Honigaromen- und Dickfruchtseite einerseits fast ölig-fluffig, andererseits hält die ordentliche, aber wiederum auch geschmeidige Säure das Ganze im Verbund mit der nicht geringen Gerbstofffracht sehr flüssig, die mineralische Seite präsentiert Talcum und amtlich Salz. Der ellenlange Abgang bietet dann eine Salzspur von selten erlebter Intensität, ein paar Eisensalze sind auch darunter, die Totes Meer-Frucht plus Honig wird auch hier durch die Säure sehr niederviskos gehalten.

Solch einen salzigen Bruder habe ich selten erlebt, die hier erzielte Textur mit den Ecken Frucht, Honig, Säure und Salz stellt sich aufgrund der erzielten spannenden Harmonie wie die Quadratur des Kreises dar, der Winzer beschreibt es auf dem Rückenetikett als die Verbindung von Spannung, Extrakt, Mineralik, Leichtigkeit und Tiefe, paßt auch! Äußerst außergewöhnlicher Strukturwein der Extraklasse, jedenfalls für mich; setzt sich auch vom ebenfalls schon excellenten 13er nochmals deutlich nach oben ab. Wenn man allerdings nach einem typischen Chardonnay sucht: Finger weg!

Übrigens: "Honig-Salz-Mandel" ist nach dem eigentlichen Essen die ideale Schokolade zum Exempel...

Verkostung vom 19.12.2020: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 24 von 25

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Verkostung vom 20.05.2026:

Visuell ein minimal getrübtes und doch strahlendes Bräunlichorange, nasenmäßig zeigen sich vor allem anfermentierte, sehr sekundäre, leicht etherische, orange Agrumen von Orange über Minneloa bis Kumquat, in zweiter Reihe auch Mango und Physalis in stark reduzierter und doch dichter Form, dazu leicht früchteteeige Noten, feine Gerbstoffe im Anflug, ein Hauch zuckerfreier Rosmarinhonig noch. Am Gaumen bestätigt sich der hochdifferenzierte, gegerbte Fruchtmix, der hier minimal und auf animierende Weise wärmelt, die Säure arbeitet eher unauffällig im Hintergrund mit höchster Effizienz, neben einer perfekten Kalisalzspur erschließen sich auch Kalk und Sand als Bodenassoziationen. Der mehrminütige Nachhall fächert die Frucht erneut wunderbar auf, im Finale ein Hakeln zwischen Salz und Extrakt.

Anfangs dachte ich, daß der Wein sich schon signifikant abwärts bewegt hat, denn er zeigte auch ein paar muffige Noten, vor allem im Abgang; das hat sich jedoch innerhalb einer Viertelstunde komplett gelegt und übrig blieb ein sehr fruchtbetonter Wein, der jedoch meilenweit von jeglicher Primärfruchtplakativität entfernt ist. Da müssen Salz und Gerbstoffe gar nicht großartig gegen was Banales anstinken, weil’s das da einfach nicht gibt. Auch im elften Jahr ein ganz großartiger Maische-Chardo, der sowohl zu Filetchen mit Pimientos als auch solo ganz großartig funktionierte. Meine heutige Wertung fällt zwar nicht ganz so euphorisch aus wie bei der Erstbegegnung, „groß“ sind wir aber nach wie vor!
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/05/20/handarbeit-achtsamkeit-finesse/
Link 2: -
Link 3: -
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