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Details zur Verkostungsnotiz |
Eintrag erstellt/geändert am 19.05.26 15:08 |
| Bezeichnung: |
Sauvignon blanc - „R” - trocken - Qw |
| Winzer/Produzent: |
Seeger |
| Land / Region: |
Deutschland - Baden |
| Jahrgang: |
2016 |
| Typ: |
Weißwein |
| Rebsorte: |
Sauvignon blanc |
| Alkohol (Vol.%): |
13 |
| Verschluss: |
Schraubverschluss |
| Weitere Angaben: |
AP 620 20 17 |
| Preis: |
29,5 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 09.08.2017 |
| Bewertung: |
Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25 |
| Preis / Genuss: |
akzeptabel/angemessen |
| Autor/Verkoster: |
EThC |
| Verkostungsdatum: |
18.05.2026 |
| Eingetragen von: |
EThC
... geändert von EThC
... [Rückfrage zur VKN an EThC] |
| VKN im Detail: |
Verkostung vom 11.05.2022:
Ein leuchtendes Goldgelb im Glas, riecht erst sehr verhalten, nach ca. 20 Minuten dann aber doch recht deutlich nach Kohlroulade (der absolut angenehmen Art), weiters Reneclaude und einer kleinen Jostabeere, gewürzt mit einem Hauch Oregano. Am Gaumen setzt sich das so fort, hier zeigen sich jedoch auch einige reduzierte dunkelgelbere Komponenten aus der Kakiecke, die Säure ist ordentlich bemessen, wird durch das grünliche Holz jedoch klar auf die nobel-geschmeidige Seite geholt, untendrunter assoziiere ich was Lössiges. Vom Nachhall hat man ziemlich lange was, die Kaki plus Reneclaude sind auch hier in dünne Kohlblättchen gewickelt, im Finale wieder diese geschmeidige Grünsäure mit ein paar Fruchtsprengseln.
In der Regel erkenne ich SB's blind mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, hier hätte ich insbesondere kurz nach dem Öffnen wohl auf alles Mögliche getippt, nur nicht auf eine Bukettsorte. Es wird ja gerne von "lauten" Sauvignons gesprochen oder geschrieben, dies hier ist das komplette Gegenteil, auch wenn der "R" mit etwas Luft noch ordentlich aufdreht. Ich habe auch an anderer Stelle mal geäußert, daß ich für mich bis dato keine typisch deutsche SB-Stilistik definieren kann; auch dieser Rebsortenvertreter ist aus meiner Sicht kaum einzuordnen, aber er schielt fruchtseitig ein bißchen zur Loire hin und das Holz erinnert mich eher an Pouilly-Fuissé (auch wenn's da keinen SB gibt), um mal ein paar Benchmarks zu bemühen. Insgesamt für mich ein äußerst attraktiver Wein, der (gebratenen) Fisch und helles Fleisch gleichermaßen gut begleiten kann.
Wertung vom 11.05.2022: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25
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Verkostung vom 18.05.2026:
Ein recht sattes Goldgelb im Glas, geruchsmäßig zeigt sich ein reifer, aber nicht mastiger Mix aus Mango, Pfirsich und Physalis, ergänzt um eine sehr feine Kräuterspur mit Oregano und einem Hauch Estragon, eine dezente Holznote noch. Am Gaumen auch diese leicht ölige, reife Frucht, die durch gar nicht mal vordergründige Säure souverän auf der animierenden Seite gehalten wird, insbesondere die Mango wirkt hier sehr saftig, dabei aber kein bißchen plakativ, zur genannten Kräuterspur gesellt sich noch etwas Kalisalz, bodenseitig ist’s ansonsten aufgrund der selbstbewußten Frucht schwer, da noch was Spezifisches zu finden, am ehesten was in Richtung Löß. Dann ein sehr langer Nachhall, der die perfekt entwickelte Sekundärmango nochmals ordentlich in Szene setzt, auch wird’s zu keinem Zeitpunkt anstrengend, auch bei den Sologläsern nicht.
Dieser äußerst schön gereifte SB hat überhaupt nichts Grünes mehr an sich, was die Identifikation der Rebsorte deutlich erschwert, wenn man nur die grünliche Stilistik jüngerer bzw. auch neuseeländisch geprägter Sauvignons gewohnt ist. Das ist -auch wegen des sehr subtilen Holzeinsatzes- ein Wein, der trotz fruchtiger Übermacht enorm durch die fruchtfernen Aromen strukturiert wird, auch wenn diese sich so gar nicht nach vorne drängen. Das hat sich seit der Erstbegegnung vor allem hinsichtlich der Holzseite deutlich harmonisiert, so daß man mittlerweile doch sagen kann „Da hat jemand die Loire im besten Sinne an die Badische Bergstraße geholt!“ |
| Trinkreife: |
trinken oder lagern |
| Link 1: |
https://ec1962.wordpress.com/2026/05/19/das-gegenteil-von-laut/ |
| Link 2: |
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| Link 3: |
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Bilder:
1 Kommentar(e):
win_fried am 13.05.22 16:46
Hatte den (oder einen Jahrgangsvorgänger) im Essigbrätlein zu Saibling mit Kamille. Als ich gegenüber dem Sommelier lobend die Eleganz des Weines erwähnte sagte der "Ist nicht laut, Kamille ist laut genug".
Sehr eigenständiger, sehr guter Wein. |
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