Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 20.01.26 20:55

Bezeichnung: Weisser Riesling - Heidelberger Herrenberg - «Anna Marie» - trocken - VDP.Erste Lage
Winzer/Produzent: Seeger
Land / Region: Deutschland - Baden
Lage: Herrenberg (Heidelberg - Baden) (in weinlagen.info)
Jahrgang: 2016
Typ: Weißwein
Rebsorte: Riesling
Alkohol (Vol.%): 12
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: AP 620 11 17
Preis: 14,5 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 09.08.2017
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 20.01.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 29.06.2023:

Intensiv goldgelb im Glas, in der Nase deutlich reduktiv mit warmen, flintig-weißrauchigen Noten, ein Hauch Rosa Beeren, dahinter arbeiten samtig Yuzu und Minneloa. Geschmacklich schaltet die Agrumenseite mehrere Gänge höher, Zesten- / Albedo- / Spaltenverhältnis ca. 1 : 2 : 1, die mineralische Seite läßt sich aber nicht unterkriegen; ziemlich straffe und klare Säure, diese läßt aber eine gewisse Samtigkeit zu, weiters ein leichtes Koriandersaatbitterchen, kühl-herbe Steinbasis. Der Abgang erfreut für mehrere Minuten, hier schiebt sich die Mineralik wieder mehr nach vorne, im Finale dann eine Konzentration der Bitterchen auf der angenehm kantigen Seite.

Wohl Dank dem Schraubverschluß ist der frisch-reduktive, jugendlich-kecke Charakter dieses Rieslings auch nach 7 Jahren wunderbar präsent, hier habe ich mich gefragt, wie wohl eine verkorkte Konterflasche schmecken würde, aber auch so bin ich gerade bei solchen Weinen ein Fan von Verschlüssen mit hoher Dissoziationssperrwirkung. Schmeichelnd ist das allerdings in keinster Weise: potente Säure, Zucker gefühlt nahe Null und die doch leicht fordernde Steinseite machen diesen Riesling eher zu einem "Männerwein" (das weibliche Geschlecht möge mir diesen Anfall von Misogyn-Chauvinismus verzeihen), ist also quasi der Gegenpart zu so manchem Mosel-Kabi. Ich finde das Zeuch jedenfalls ziemlich animierend!

Verkostung vom 29.06.2023: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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Verkostung vom 20.01.2026:

Ein leuchtendes, dichteres Goldgelb im Glas, geruchlich zeigt sich ein leicht gewachster Fruchtkorb mit leicht sekundären wie etherischen Orangen und Mandarinen, dahinter auch etwas Pfirsich und Kaki, ein Hauch Pastinake, leichte Großholzanmutung, ein kleiner Rest an Reduktivität ist noch übrig, damit auch minimalst VA-Schnitt. Geschmacklich ist das Steinobst etwas präsenter, auch hier leichte, wachsige Reifenoten der angenehmen Art, die Säure gibt sich in ihrer Reife relativ distinguiert, hat dabei aber schon Schmackes, kühl-herbe Mineralik mit ein paar erdigen Noten. Dann ein sehr langer, zusätzlich zur Wachsigkeit leicht cremiger Abgang, der aber das Frischegefühl nicht eindämmt, insbesondere Im Finale auch eine feine Kräuterspur.

Das ist nunmehr wohl sehr nahe des Zenits (jedenfalls was ich dafür halte) und macht mit den noch dezenten Rieslingreifenoten aus der Wachsecke gerade sehr viel Freude, ich kann nur nicht einschätzen, wie lange das noch anhält. Heute paßte das jedoch zur Caldeirada sehr schön (hatte aushäusig keinen Portugiesen zur Hand…) und ist solo auch über jeden Zweifel erhaben. Ich frage mich ja bei den Weinen der VDPler häufig, ob die Weine in die jeweilige Stufe der Klassifikation hineinpassen oder ob sie ggf. über- oder unterqualifiziert sind. Hier würde ich mittlerweile auch nicht meckern bzw. stutzen, wenn „GG“ drauf stünde.
Trinkreife: jetzt trinken
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/01/20/anti-kabi/
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