Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 26.05.26 16:35

Bezeichnung: Cidre Réserve
Winzer/Produzent: Famille Dupont
Land / Region: Frankreich - Normandie
Jahrgang: 2023
Typ: Schaumwein
Rebsorte: Äpfel
Alkohol (Vol.%): 7,5
Verschluss: Naturkork
Weitere Angaben: Hierfür wurden 60 % süße Mostäpfel und 40 % säuerliche Äpfel aus Victot-Pontfol verwendet. 6 Monate in Calvados-Fässern ausgebaut, N° de Lot: 4231
Preis: 16,9 Euro je 0,75 l (ab Hof) bei Made in Calvados - 27.03.2025
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: grandios
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 25.05.2026
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Verkostung vom 19.06.2025:

Ein leicht trübes Orange im Glas, recht feiner, mitteldichter Blubber mit Ausdauer. Riecht intensiv nach reifen Mostäpfeln plus etwas Mandarine sowie dunkleren Trockenhonigaromen, weiters etwas Karamell im Anflug. Gaumenmäßig ist der „Réserve“ an sich total trocken, ist jedoch mit ordentlich Extraktsüße ausgestattet; hier sind die Honigaromen differenzierter: Erika-, Buchweizen- und Büschelblumenhonig kann ich zuordnen; die Säure ist unauffällig, verrichtet aber äußerst gute Dienste, die Mineralik ist gar nicht mal sooo ausgeprägt, was Lehmig-Eisensalziges ist aber doch prägend. Dann ein ewig langer Nachhall, der vor allem die Trockenhonigseite zelebriert, im Finale dann ein süßliches Bitterorangenbitterchen allerbester Güte.

Nach einer nicht geringen Anzahl normannischer Cidres -inclusive diesem aus früheren Jahrgängen- ist diese intensive wie lebendige Aromatik bis dato ziemlich einmalig für mich, diese führt auch zu einer extremen Spannung, die mich heute sehr beeindruckt hat, hätte ich in der Art nicht erwartet, obwohl sich die „Réserve“ in der Vergangenheit schon mehrfach von einer äußerst guten Seite gezeigt hat. Große Freude zum geräucherten Saibling auf einem Ruderboot mitten auf dem Ammersee!

Wertung vom 19.06.2025: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

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Verkostung vom 25.05.2026:

Rötlichorange im Glas, minimal getrübt, recht feiner, ausdauernder Blubber, riecht nach Orange und Minneloa mit leichter Malzspur, Ankündigung feiner Gerbstoffe. Am Gaumen wirken die potenten Agrumen leicht (extrakt-) süßlich, die Säure ist eher unauffällig, hält das Ganze aber gut auf der flutschigen Seite; wie angekündigt sehr feinkörnige Gerbstoffe, deutliche Kalkanmutung. Dann ein ellenlanger Abgang, bei dem insbesondere die vollreife, aber nicht plakative Minneloa zelebriert wird.

Bei siebeneinhalb Umdrehungen gehe ich davon aus, daß der Cidre keinen wesentlichen Restzucker mehr enthält, das recht deutliche Fruchtsüßegefühl dürfte daher vor allem dem Extrakt geschuldet sein und der ist so gut integriert, daß hier trotz der Fülle keinerlei Breitegefühl aufkommt. Großartige Begleitung von allerlei dosiertem Meeresgetier, auch wenn ein gewisser, der zunehmenden Dichte geschuldeter Komplexitätsschwund für eine kleine Abwertung sorgt.
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/05/26/cidre-vom-apfelkometen/
Link 2: -
Link 3: -
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