Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 17.02.26 20:37

Bezeichnung: [Cuvée] - Anything strange or startling? - Rotwein - [trocken] - Qw
Winzer/Produzent: Seehof / Nico Espenschied / Karl May
Land / Region: Deutschland - Rheinhessen
Jahrgang: 2022
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben: Cuvée aus 65 % Cabernet Sauvignon (Seehof), 20 % Cabernet Franc (Nico Espenschied) und 15 % Merlot (Karl May), AP 4 327 058 34 24
Preis: 30 Euro je 0,75 l (ab Hof) - 12.12.2025
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 16.02.2026
Eingetragen von: EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Im Glas ein dunkles Violettrot mit auch wärmeren Farbanteilen, mittlere Transparenz, es riecht recht saftig-würzig nach dunklen Beeren und etwas dehydrierter, dennoch frisch gebliebener roter Paprika, dezentes Holz mit Anklängen an Muskatblüte und alter, weitgehend ausgerauchter Zigarrenkiste. Am Gaumen kommt die Frucht noch etwas holzwürziger rüber, wobei hier auch Totholz und Pfifferlingkonzentrat im Spiel sind, einige samtige Tannine, dann rotes, leicht scharfes Paprikamark; die Säure ist nicht vorlaut und hält das Ganze selbstbewußt wie unaufgeregt im hochanimierenden Bereich, bodenseitig drängt sich mir ein Rotlage-Kalk-Gemisch auf. Dann ein leicht wärmender Mehrminüter, der die leicht tanninbesamtete Edelsüß-Paprika klar in den Vordergrund schiebt, im kaum abflauenden Finale werden Totholz- und Pilzaromen mit leichter Malzunterstützung nach vorne geschoben.

Da ich ja nicht so der BDXler bin (vor allem nicht bei Jungweinen), hatte ich die drei Flaschen bei der Ankunft erst etwas skeptisch beäugt. In völliger Unkenntnis, wie sich solch ein „deutscher Bordeaux“ darstellt bzw. entwickelt (also auch eine kurze Fruchtphase, dann jahrelanger Verschluß und anschließend die Blüte mit den aufkommenden Tertiäraromen?) und ich drei Flaschen davon habe, wurde halt nun die erste im Dienste der Wissenschaft geopfert. Vermutlich hätte ich blind auf einen schön ausgereiften, reinsortigen Cabernet Franc getippt, diejenige der klassischen Burgundersorten, die ich am liebsten mag. Aber eben Loire-Style, genau so landet das gerade bei mir, obgleich der CF-Anteil ja vergleichsweise gering ist. Vielleicht gefällt mir der Wein gerade deshalb so gut, weil er eben so loireig auftritt. Möglicherweise gibt’s ja BDX-Kundige, die kundtun können, ob’s was einigermaßen Vergleichbares auch im Bordelais gibt…

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal hat sich die pilzig-totholzige Seite so deutlich intensiviert, daß ich initial eher an einen voluminöseren Pinot noir denke, so langsam aber sicher macht das Paprikamark Boden gut und ich bin wieder beim super ausgereiften CF. Gaumal zeigt sich der Wein nur in Nuancen anders als gestern, die Tannine sind leicht abgeschmolzen, die Paprika etwas milder, die Säure ist etwas mehr eingebunden, Malziges gibt’s kaum mehr, also insgesamt harmonischer, deswegen aber nicht minder spannend. Jedenfalls immer noch ein super Zeuch, bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt! Wenn ich nur wüßte, wann ich sinnvollerweise die zweite Flasche aufmachen sollte…
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2026/02/17/deutsche-bdx-konkurrenz/
Link 2: https://www.weinentdeckungsgesellschaft.de
Link 3: -
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